Trends und Prognosen

Was in 2018 großer Anlagetrend war, beispielsweise Bitcoin und Marihuana-Aktien, könnte in diesem Jahr Gold, E-Mobility oder Biotech-Papiere werden. Anlagetrends und Experten sprechen von „saftigen Renditen“. Für das „wo, wann und wie“ gibt es keine goldenen Regeln, um die positiven Aussichten für Anleger in ein „garantiertes Erfolgsmodell“ umzuwandeln. Dennoch lohnt ein detaillierter Blick auf die folgenden Themenbereiche, die die Investmentbranche und gefuchste Privatanleger bereits ganz genau unter die Lupe nehmen.

Zukunftstechnologie E-Mobility inklusive Wasserstoff- und Brennstoffzellen

Ein heißes Anlagethema ist der komplexe Bereich der E-Mobility inklusive Wasserstoff und Brennstoffzellen. Seit 2011 hat sich die Anzahl der weltweit verkauften Elektroautos alle 15 Monate verdoppelt. Allein in 2018 hat sich die Summe der Elektro und Plug-in-Hybridmobile laut IEA (Internationale Energieagentur) um 54 % auf 3 Millionen erhöht. Der Trend ist längst im Gange, Hochrechnungen prognostizieren für 2022, dass jeder zehnte Neuwagen ein E-Mobility-Fahrzeug sein wird. Der innerdeutsche Druck auf Politik und Wirtschaft trägt zudem Früchte. Die Bundesregierung hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Förderung der Elektromobilität geschnürt. Das Thema E-Mobility boomt auf allen Ebenen: Neben Elektroautos umfasst die Branche auch Elektro-Fahrräder, -Motorräder, -Nutzfahrzeuge und -Busse. Es lohnt sich daher, die umfangreiche Palette der Elektromobilitäts-Aktien 2019 genauer unter die Lupe zu nehmen. Neben dem Elektroautopionier Tesla gibt es rund um das Thema E-Mobility zahlreiche Technologie- und Zulieferfirmen, die besonders stark vom Aufstieg des Elektroantriebs profitieren.

Neben Elektroautos mit Akku und Hybridmotoren gilt vor allem die Brennstoffzellentechnologie als am aussichtsreichsten für den Verkehr der Zukunft. Denn in Sachen Wirkungsgrad toppt die Brennstoffzelle jeden konventionellen Verbrennungsmotor, während aus dem Auspuff nur ein paar Tropfen Wasser kommen. Nach einer Prognose des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) soll der Markt für Brennstoffzellen im Jahr 2020 bei rund zwei Mrd. Euro liegen. 2017 lag die Zahl der Autos und Busse mit Brennstoffzellen noch bei 6 500 Einheiten, für 2024 liegt die Hochrechnung bei weltweit 230 000. Die meisten Unternehmen aus der Branche befinden sich aktuell aufgrund der immens hohen Forschungs- und Entwicklungskosten noch immer in der Verlustzone. Doch mittelfristig könnte sich dies ändern. Die Branchen werden mit der Prognose „explosives Marktwachstum“ gehandelt.

Industrie 4.0: Automatisierung der Wirtschaft

Die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft führt vor allem in der Produktion zu gravierenden Veränderungen und hat enorme Auswirkungen auf die moderne Arbeitswelt. Die Zeit der IT-digitalisierten Herstellungsprozesse und autonomen Abläufe ist längst angebrochen. Diesen Trend bezeichnet man als „Industrie 4.0“, international läuft die Automatisierung der Wirtschaft unter „IIoT“ (Industrial Internet of Things). Übersetzt bedeutet dies so viel wie „das Internet der Dinge im industriellen Bereich“. Die Bezeichnung „4.0“ bringt die vierte industrielle Revolution zum Ausdruck. In intelligenten, digitalisierten Fabriken, sogenannten „Smart Factories“, werden in Zukunft komplexe, sensorgestützte und digital vernetzte Produktionsprozesse statt finden. Diese werden selbst organisierend ablaufen und damit eine Steigerung der Produktivität und Effizienz ermöglichen. Hierbei kommt auch künstliche Intelligenz zum Einsatz, z. B. durch selbstlernende Maschinen, die situativ reagieren können oder Erfahrungswerte und große Datenmengen bei den Produktionsabläufen berücksichtigen können. Durch die intelligente Vernetzung wird die gesamte unternehmensübergreifende Wertschöpfungskette optimiert. Ein „mitdenkender“ Produktionsroboter kann beispielsweise notwendige Auftrags- und Produktionsdaten oder Lagerbestände in Echtzeit an den Zulieferer übermitteln. Dieser stellt dann automatisiert zum richtigen Zeitpunkt die passenden Mengen an Rohstoffen oder Komponenten bereit. Das spart den Unternehmen Ressourcen, Zeit und Energie.

Investmentseitig stehen hier primär Aktien von Unternehmen aus den Bereichen Sensorik, Robotik, Maschinenbau, IT-Sicherheit und Mess- und Elektrotechnik im Fokus, die den maßgeblichen Wandel der „Industrie 4.0“ mitbestimmen. Der aktuell entstehende Milliardenmarkt wird zahlreiche Gewinner-Aktien hervorbringen.

Gold: Neuer Glanz in 2019?

In den vergangenen Jahren, einschließlich 2018, hat die Anlageform Gold deutlich an Glanz verloren. Das Tief zur Jahresmitte 2018 (1 160 USD) überwand das Edelmetall mit einem überschaubaren Minus von -2 % (30 USD) am Jahresende. Die mäßige Performance bedingte die sehr verhaltene Nachfrage auf dem US-Markt, der sich primär auf US-Aktien fokussierte. Das ließ die Nachfrage von Goldmünzen und –barren auf dem Markt sehr verhalten ausfallen. Das steigende Zinsniveau auf dem US-Markt dürfte hierbei maßgeblich beigetragen haben. Ein stabiler und wachsender Realzins wirkt sich negativ auf die Edelmetall-Nachfrage aus, die in diesem Konsens weniger lukrativ ist. Doch Anzeichen eines Trendwandels sind in Sicht. Das niedrige Preisniveau verleitet etliche Anleger zu Goldkäufen. Die Anfrage nach Anlagegold wuchs im dritten Quartal 2018 um + 28%. Auch die Zentralbanken weltweit stocken ihre Goldbestände weiterhin massiv auf, darunter China und Russland. Im ersten Quartal 2019 stieg das Edelmetall um solide +3,3 Prozentpunkte.

Für Gold-Interessierte gibt es zahlreiche Anlageformen, um von einem möglichen neuen Aufwärtstrend des wertvollen Rohstoffs zu profitieren: Von der klassischen, physischen Variante von Goldbarren und Goldmünzen, über Gold-Zertifikate, Gold-Fonds und Gold ETFs. Empfehlenswert sind auch besonders starke Goldaktien. Diese versprechen bei steigenden Goldnotierungen, aufgrund der meist relativ stabilen Produktionskosten, einen Gewinnhebel.

Den zweiten Teil dieses Themas finden Sie unter der Headline „Anlagetrends 2019 – Teil 2“ auf dieser Seite.