Trends und Prognosen 

Anlagetrends und Experten empfehlen den Blick auf folgende weitere Themen, die sich in diesem Jahr besonders positiv entwickeln könnten. (Fortsetzung)

Dividenden-Aktien: Nach der Korrektur besonders interessant

In Zeiten niedriger Zinsen sind Dividenden für Anleger besonders attraktiv. Nach der starken DAX-Korrektur von 13.600 auf bis zu 10.300 Punkte in 2018 rücken Dividenden-Titel wieder verstärkt in den Fokus. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland einen neuen Dividenden-Rekord: Mit insgesamt 52,6 Mrd. Euro flossen erstmals über 50 Mrd. Euro an die Anteilseigner deutscher Aktiengesellschaften. Allein die DAX- und MDAX-Unternehmen schütteten 2017 rund 45,3 Mrd. Euro an ihre Aktionäre aus. Die DAX-Dividenden stiegen 2018 im Vorjahresvergleich um +11,5 %, der MDAX machte ein Plus von 8 %. Allein 7,3 Mrd. Euro flossen von kleineren Aktiengesellschaften (z. B. SDAX und TecDAX) auf die Konten deren Aktionäre. Für 2019 stehen die Prognosen gut, dass die Dividenden erneut in Rekordhöhe ausfallen. Hintergrund ist die florierende Wirtschaft und die positive Geschäftsentwicklung der letzten Jahre. Die 30 größten deutschen Aktien weisen, bedingt durch das niedrige Zinsniveau, nach wie vor attraktive Dividendenrenditen auf. Im Vergleich zu zehnjährigen Bundesanleihen, die im Schnitt nur 0,2 % bringen, ist der (Wieder-)Einstieg in das Dividendengeschäft ein deutlich profitableres.

Big Data & Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence): Digitale Revolution

Das globale Datenvolumen verdoppelt sich heutzutage bereits in weniger als zwei Jahren. Neue Technologien in den Bereichen Datenerfassung, -verarbeitung und -auswertung werden immer wichtigere Tools für Unternehmen, wirtschaftliche Vorteile aus dieser Informationsflut zu ziehen. Smart Intelligence, Informationsmanagement und Prozessmanagement bilden die Bausteine für eine erfolgreiche Unternehmensorganisation in der Wirtschaft. Computer werden intelligenter und „lernfähiger“, damit werden viele Aufgaben präziser und effizienter ausgeführt, als von Menschenhand. Basis und Grundvoraussetzung hierfür ist es, die enorme, unstrukturierte Datenflut (Big Data) perfekt zu erfassen, zu verknüpfen und zu analysieren. Computer lernen aus diesen Daten, stellen Vergleiche und treffen aus diesem „Wissensschatz“ sinnvolle Entscheidungen. Die Zukunftstechnologie der „Künstlichen Intelligenz“ (Artificial Intelligence, „AI“) ist längst zu einem Boom-Markt geworden. Der weltweite Markt für Datenanalyse-Software in den Bereichen Big-Data- und AI wird bis 2020 auf über 20 Mrd. USD geschätzt.

Biotechbranche: Profiteur der demografischen Entwicklung

Die weltweite Soziodemographie 

2011 lebten noch sieben Milliarden Menschen auf der Erde, aktuell sind es rund 7,7 und im Jahr 2050 werden wir, laut Prognosen der Vereinten Nationen, 9,8
Milliarden Erdenbürger sein. Zeitgleich mit diesem immensen Bevölkerungswachstum geht eine erhöhte Lebenserwartung und der Umbruch der Altersstruktur, insbesondere in den Industriestaaten, einher. Aktuell ist rund eine Milliarde Menschen älter als 60 Jahre, 2050 werden es gemäß Prognosen über zwei Milliarden sein. Die Lebenserwartung der Menschen steigt, jedoch nicht die gesundheitliche Stabilität. Mit dem Alter nehmen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Krankheiten wie Arthritis, Alzheimer und Krebs zu. Ein ungesunder Lebensstil und erhöhte Umweltbelastungen sind nur einige Ursachen hierfür. Diese Entwicklung wird sich weltweit deutlich auf die Gesundheitskosten der Länder, wie auch auf die der einzelnen Betroffenen, auswirken.

Die Biotechbranche profitiert besonders stark von der wachsenden, alternden Mittelschicht, die sich steigende Ausgaben für die Gesundheit leisten kann. In der EU lag 2017 die Anzahl der Biotech-Medikamenten-Neuzulassungen noch bei rund 50 % (Quelle: Biotech-Report 2017 der vfa.bio/BCC),  mittlerweile basieren laut Evaluate Pharma aktuell bereits knapp zwei Drittel der neu zugelassenen Medikamente weltweit auf Forschungsergebnissen, Erkenntnissen und Innovationen der Biotechnologie. Mit steigender Tendenz. Viele Krankheiten wie Aids, Hepatitis C und einige Krebsarten können so therapiert oder sogar geheilt werden. Kein Wunder, dass viele Biotech-Firmen in den vergangenen zehn Jahren sowohl bei den Umsätzen und Gewinnen als auch beim Börsenwert stark gewachsen sind. Trotz Wachstum ging für die meisten Biotech-Werte jedoch seit dem Jahr 2015 nicht mehr viel voran. Der NASDAQ Biotechnologie-Index, das für Biotech-Aktien wichtigste Kursbarometer, notiert aktuell 3.602 Zähler und liegt damit rund 13,5 % unter seinem historischen Peak vom 17. Juli 2015. Biotech-Aktien sind fest in amerikanischer Hand, rund 80 % werden von US-Unternehmen dieses Sektors dominiert. Ein erkennbarer Trend zeichnet sich dennoch bei diesen Aktien ab. Interessierte sind gut beraten, den Markt ausführlich zu analysieren. Der Einstieg in einer günstigen Bewertungsphase könnte lohnen.