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Barca löst Real ab, Bayern hinter United auf Rang vier, Borussia behauptet Platz 12, Schalke jetzt Nummer 15

Der FC Bayern München hat allen Grund zur Freude: Nicht unbedingt. was den aktuellen Tabellenstand in der Bundesliga angeht oder hinsichtlich notwendiger Neuverpflichtungen von Stars – viel mehr konnte die Wirtschaftskraft des Clubs in der zurückliegenden Saison um gut 31% auf 660,1 Millionen Euro gesteigert werden. Da ist es schon erstaunlich, dass Platz vier aus der Vorsaison gerade mal gehalten werden konnte. Mit unglaublichen 94,2 % Umsatzsteigerung ist den Oberbayern der französische Abonnementmeister Paris Saint-Germain dicht auf den Fersen. Was aber für tatsächlich für Furore sorgt: Die Königlichen von Real aus Madrid, die „Galaktischen“, mussten die angestammte europäische Krone an den Erzrivalen aus Katalonien abgeben.

Der FC Barcelona als neuer Champion verbuchte einen Umsatz in Höhe von 840,8 Millionen – ein Plus von 150,4 Prozent. Es ist derzeit viel Geld im Umlauf, von Scheichen als Investoren, von Sponsoren, die sich gegenseitig überholen und von Rechtevermarktern, die Bewegtbilder der Teams im TV und Online übertragen möchten. Und es hört nicht auf – wird immer mehr. Die großen Streamingdienste stehen schon in der ersten Reihe als Kandidaten für Online-TV, Amazon und Apple versuchen hier ein dickes Stück vom Kuchen abzubekommen.

Als wäre die Nachrichtenlage zum Ranking der ertragsstärksten europäischen Fußball-Clubs inszeniert worden: Kurz nachdem die entsprechende Division von Deloitte – Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Consulter – ihre Hitliste veröffentlicht hat, prescht der FC Bayern  mit der „Siegesmeldung“ und Kernbotschaft in die Medien: „Der Vertrag mit dem Partner Audi wird um weitere vier Jahre verlängert und bringt nun pro Jahr 50 Millionen ein – zehn Millionen mehr als bisher.“ Macht Summa Summarum 200 Millionen Euro!

Wie der Sportartikelhersteller Adidas und der Versicherungskonzern Allianz ist Audi mit 8,33 % an der Aktiengesellschaft des FC Bayern München beteiligt. Ex-Vorstandsvorsitzender der Herzogenauracher, Herbert Hainer, enger Freund von Uli Hoeneß, wurde inzwischen zu seinem Nachfolger als Präsident gekürt. Und der Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns, Herbert Diess, ist Mitglied des Aufsichtsrats der „Bayern-AG“.

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Und warum investieren die Ingolstädter Automobilbauer jetzt so viel beim FCB? In Zukunft sollen die Fußball-Stars nur noch Elektroautos von Audi fahren und als Testimonials wirken. Insbesondere für den riesigen chinesischen Markt, den Club und Automobil-Konzern gemeinsam – unter Nutzung von Synergien – erschließen möchten.

Aber zurück zum Ranking von Deloitte: „Die großen Clubs sind verdammt, immer mehr Umsatz zu machen, damit sich diese die horrend teuren Stars leisten können“, so kommentierte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge das enorme Wachstum bei den Top-Clubs.

Als umsatzstärkster Club Europas – 841 Millionen Euro – setzte sich der FC Barcelona zum ersten Mal an die Spitze des Rankings und löste Real Madrid mit „nur“ 757 Millionen Euro Umsatz ab.

Die „Hitliste“ des Umsatzrankings:

Platz / VorjahrVereinUmsatz 18/19Veränderung 17/18
1 / 2FC Barcelona840,8 + 150,4
2 / 1Real Madrid   757,3+ 6,4
3 / 3Manchester United711,5+ 45,7
4 / 4FC Bayern München660,1+ 30,9
5 / 6Paris Saint-Germain635,9+ 94,2
6 / 5Manchester City610,6 + 42,2
7 / 7FC Liverpool604,7 + 91,0
8 / 10Tottenham Hotspur521,1 + 92,8
9 / 8FC Chelsea513,1+ 7,4
10 / 11Juventus Turin459,7+ 65,2
11 / 9FC Arsenal 445,6+ 6,4
12 / 12Borussia Dortmund377,1+ 59,9
15 / 16FC Schalke 04324,8+ 81,0

(Quelle: Deloitte)

Die Zahlen beweisen: Im Spiel der ganz großen Clubs lässt sich als Partner überhaupt nur mitspielen oder weiterhin dabeibleiben, wenn man mit einer dicken Brieftasche im Gepäck aufläuft. Das zeigt das Beispiel von Audi bei den Bayern, aber auch Qatar, die bei den Bayern als Sponsor mit Qatar Airways aktiv sind und beim FC Barcelona mit kolportierten 30 Millionen Euro pro Saison das weltweit meiste Geld für ein Trikotsponsoring bezahlen. Die Qataris sind aber auch bei Paris Saint-Germain hyper-aktiv – 2011tätigten sie hier ein 350 Millionen Euro-Investment.