Für wee auf der Bühne mit Key-Note-Speech – Oliver Kaiser (Foto: Grießenböck)

UEFA EURO 2020, Stadionsicherheit, Digitalisierung und weltweit erstes offenes Stadion-Bezahlsystem von wee im Fokus der 730 Kongressteilnehmer

Vertreter von 70 Stadien und Arenen, mehr als 50 Proficlubs, in der Mehrzahl aus dem Bereich Fußball-Profisport, aber auch Manager von Handball, Eishockey und diverser Sportverbände, „schlauten“ sich in über 20 Fachforen mit 80 Speakern auf. Und wenn die Platzhirsche, die 18-Ender einer Branche, netzwerken, dann gibt es natürlich auch jede Menge offizielle und informelle News: So ist es alles andere als Zufall, wenn am Donnerstag, dem ersten Veranstaltungstag, der neue Mega-Deal von Borussia Dortmund mit dem technischen Ausstatter Puma die Runde macht. Der Vertrag mit den Herzogenaurachern wurde bis 2028 verlängert und spült den Westfalen sage und schreibe 250 Millionen Euro in die Kasse, das sind 30 Millionen pro Jahr, dreimal so viel wie bisher. Damit verringert der BVB die Kluft zum Branchenprimus FC Bayern, der, so wird kolportiert, 60 Millionen Euro jährlich vom Wettbewerber Adidas, ebenfalls im fränkischen Herzogenaurach ansässig, erhält.

Gut gelaunte Veranstalter bei der Begrüßung – Patrik Meyer, Stadion Frankfurt Management, Ganesh Pundt, Stadionwelt, und Hans-Willy Brockes, ESB Marketing Netzwerk (Foto: Grießenböck)

Wem bei diesen Summen der Atem stockt – nichts toppt die Zusammenarbeit von Real Madrid als globale Fußball-Rekordmarke mit den „drei Streifen“: Galaktische 1,1 Milliarden investieren die Nachfolger von Gründer Adi Dassler in einen zehnjährigen Ausstattungsvertrag von 2020 bis 2030. Carsten Cramer, Geschäftsführer von Borussia Dortmund und hierbei verantwortlich für das Marketing bei den Westfalen, war Protagonist im Forum „Sponsoring“ zum Thema „Stadion als digitale Werbeplattform“ – und glänzte durchweg mit einem zufriedenen Lächeln.

„Volle Hütte“ mit insgesamt 730 Fachbesuchern (Foto: Grießenböck)

Event-Business-Strategie: Kapitalisierung von spannendem Content und einzigartigem Know-how

Wer für zwei Tage 960 Euro Tagungspauschale in Höhe von knapp 1.000 Euro auf den Tisch des Hauses blättert, der muss schon eine große Erwartungshaltung an einen Fachkongress haben. Dass über 700 Teilnehmer am 21. und 22. November dem Ruf der Veranstalter Stadionwelt, ESB Marketing Netzwerk und Stadion Frankfurt GmbH in die Commerzbank Arena nach Frankfurt gefolgt sind, zeigt eindrucksvoll die Anziehungskraft des führenden Entscheider- und Multiplikatoren-Treffens für Stadion-Management und -Infrastruktur im deutschsprachigen Europa. Wenn sich dann noch Clubs und Manager von Bröndby Kopenhagen, Besiktas Istanbul oder des Wembley-Stadions in Frankfurt informieren, zeigt das eine wachsende Bedeutung dieser Veranstaltung. Dass Clubs aus dem deutschsprachigen Raum wie RB Leipzig, SC Freiburg, Borussia Dortmund, Werder Bremen, Mainz 05, VfB Stuttgart, Schalke 04,  Rapid Wien, FC Sion oder EHC Red Bull München und die Kölner Haie mit an Bord sind, ist inzwischen quasi selbstverständlich. Und mit einem Umsatz der Veranstalter aus Ticketing und Sponsorships bei der Veranstaltung von mehr als 700.000 Euro lässt sich auch Substanzielles organisieren – inklusive einer satten Gewinnmarge für die Organisatoren.

Spannende Inhalte wurden in den Foren geboten – wie hier zum neuen Stadion des SC Freiburg (Foto: Grießenböck)

Emotionalität ist stärker denn je Kaufanreiz für Fans

Dem Thema Live-Entertainment drückte Detlef Kornett, Vorstand der DEAG Deutsche Entertainment AG, einen Stempel auf, der viele Besucher zum Nachdenken brachte: „Das Live-Erlebnis ist durch nichts zu ersetzen“, konstatierte der CMO des Marktführers in Deutschland mit ergänzender kritischer Note… „Aber 20 Prozent der deutschen Verbraucher können es sich aktuell nicht leisten, zu einem Konzert zu gehen. Darauf muss die Branche reagieren und die richtigen Schlüsse ziehen.“ Schaut man beispielsweise auf die im kommenden Jahr anstehende Courage World Tour von Giga-Star Celine Dion, so werden Preise ab 150 Euro pro Konzert für die billigsten Tickets aufgerufen. So ist es mehr als verständlich, dass sich eine vierköpfige Familie zweimal überlegt, für ein entsprechendes musikalisches Abend-Highlight mit An- und Abfahrt, den Tickets und Catering mindestens 1.000 Euro hinzublättern. Das macht man nur, wenn sich das emotionale Erlebnis tief in die DNA des eigenen Gedächtnisses eingräbt. So auch die Meinung von Kornett, der die Einzigartigkeit von Events als emotionales Gemeinschaftserlebnis promotet. Um hierbei weiterhin die Bedürfnisse der Fans befriedigen zu können, „müssen die Arenen bereit sein, Veränderungen zu akzeptieren und auch einzugehen.“

In dasselbe Horn stieß Thomas Sellmeier, Marketing-Chef der EVAGO Holding, eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich temporärer Infrastruktur, was soviel bedeutet wie Produkte und Dienstleistungen für Großveranstaltungen zu liefern. „Arenen brauchen neben dem Sportbetrieb Konzerte, denn vom Sport alleine können sie wirtschaftlich nicht bestehen“, betonte der Head of Marketing. „Die Branche wird dominiert durch den technischen Fortschritt, wobei der Digitalisierung eine immens hohe Bedeutung zukommt. Das bezieht sich nicht nur auf die digitalen Vertriebskanäle beim Ticketing!“ Im Gegensatz zu den goldenen Zeiten für Künstler in den 80er- und 90er-Jahren lässt sich mit Plattenverkäufen nichts mehr verdienen. Die Künstler sind auf die Fanmassen bei Konzerten angewiesen, erwarten dabei immer höhere Gagen – aber auch immer spektakulärere Shows. Deshalb gilt es alles zu monetarisieren, was sich rund um einen Live-Event abspielt. Dabei werden materielle Dinge unwichtig, wenn das individuelle Erlebnis stimmt, wenn das Event mit ganz speziellen Momenten mehr einhält als es versprochen hat.

Digitalisierung als Impulsgeber für Arenen-Innovationen

Auch die Lufthansa mit ihrer Sparte Industry Solutions drängt mit Smart Technology Solutions vermehrt in den Markt der intelligenten Organisation von Events. Stefan Lührs, Projektleiter CRM & Venue Digitalization malte ein plastisches Zukunftsbild von den technologischen Innovationen, die Fans zukünftig erwarten dürfen: „Im Rahmen der Customer Journey fragen wir uns, was der Kunde wirklich will und liefern Antworten. Beispielsweise ist klar, dass die durch fortschreitende Digitalisierung erzielten Daten für die direkte Reflexion beim Fan via Social Media genutzt werden können.“ Ob das nun ein Sportevent oder ein Rockkonzert ist – neben dem tatsächlichen, hautnahen Live-Erlebnis fungiert zukünftig parallel als Verstärker für Emotionen das Smartphone. Die Interaktion mit den Fans kann bei der Wahl einer individuellen Fahrtroute beginnen, über Bestell-Konstellationen beim Catering führen und mit der Interaktion mit dem Stadionwürfel oder der Vermittlung von Zusatzinformationen über das Smartphone enden. Das Fazit auch hier: Digitalisierung der Venues ist der Turbolader für erfolgreiche Events in der Zukunft, die besser kapitalisieren und monetarisieren.

Das wee-Forum diskutierte Chancen und Risiken der Arenen-Digitalisierung mit dem Outperformer weeWalter Haas, CTO Huawei Deutschland, Oliver Kaiser, Beiratsvorsitzender Division Sports & Entertainment weeConomy AG, Matthias Bode, Geschäftsführer simply-x, Michael Brill, CEO D.Live, Esther Sedlaczek, Moderation (Foto: Grießenböck)

Erstes offenes Stadion-Bezahlsystem weltweit

Der Titelsponsor des wee ARENA SUMMIT, die weeConomy AG, war durchweg spannendes Gesprächsthema bei den Besuchern: Denn als Ticket für das Event diente eine individuelle weeCard, die mit einem Betrag von 100 Euro zum Konsumieren während der Veranstaltung aufgeladen war. Die Intention der Schweizer Mobile Payment- und Cashback-Profis war dabei, den Besuchern das Erlebnis einer digitalisierten weeArena plastisch vor Augen zu führen. wee-Founder Cengiz Ehliz, amtierender Unternehmer des Jahres von München war sichtlich zufrieden mit der hautnahen Demonstration seiner Vision des weltweit ersten offenen Stadion-Bezahlsystems: „Aktuell digitalisieren wir verschiedene Regionen in Europa, weitestgehend mit einem Stadion im Zentrum. Parallel binden wir den stationären Einzelhandel in unsere wee-Infrastruktur ein und vernetzen ihn im Sinne der Kunden und Fans punktgenau mit der Stadion-Infrastruktur“.

Der Pilot für diese richtungsweisende Innovation, bei der jeder Arenen-Besucher mit seinem Kapital auf der wee-Karte oder App auch im angeschlossenen Einzelhandel oder beim E-Commerce unter wee.com einkaufen kann, steht in Bad Tölz. Oliver Kaiser, Beiratsvorsitzender des wee-Bereichs Sport & Entertainment, präsentierte die Vorteile dieses intelligent vernetzten Mobile Payment mit integrierter Cashback-Garantie für die Nutzer. „Aktuell in der weeArena in Bad Tölz, bald schon beim Schweizer Fußball-Erstligisten FC Sion oder bei unserem zweiten DEL2-Club, den Lausitzer Füchsen, perspektivisch in weiteren mindestens 25 Regionen Europas, bringen wir unser System erfolgreich zum Laufen.“

Intelligente Vernetzung von Arena mit Region und Einzelhandel für Fans

Für die Stadionbetreiber oder Clubs beinhaltet das wee-System glasklare Vorteile gegenüber etabliertem Mobile Payment im geschlossenen Stadion-Bezahlsystem: „Mit uns erhöhen sich schlagartig die Transaktionen beim Catering oder im Fanshop, ganz einfach deswegen, weil sich die Wartezeiten verkürzen“, unterstreicht der Manager. „Dies wiederum resultiert, zumindest jetzt in Bad Tölz, in einer Umsatzsteigerung von bis zu 20 Prozent. Letztlich auch, weil gesammeltes Cashback vom Einkaufen im Einzelhandel beim Konsum im Stadion eingesetzt werden kann.“

Für den Einzelhandel in wee-Regionen scheinen rosige Zeiten anzubrechen, denn mit der Digitalisierung ist der Händler über das Smartphone auf der wee-App plötzlich digital sichtbar. Was das für ihn und sein Business bedeutet? wee stärkt den Kleinunternehmer gegen Umsatzeinbußen durch den E-Commerce, denn die wee-App ist gedacht als eine Suchmaschine für den stationären Einzelhandel – als Pendant zum Blue Chip Amazon, der Suchmaschine für Online-Shopping.

Digitalisierung unter dem Motto „Safety first“

Aber die Digitalisierung der Stadien geht noch weiter: Ein faszinierendes Beispiel lieferte Mickel Lauritsen, Head of Risk & Security vom dänischen Fußball-Erstligisten Brondby Kopenhagen. Die Hauptstädter setzen künftig beim Einlass auf eine Gesichtserkennungstechnologie, um den Durchlauf der Fans zu erhöhen, Wartezeiten am Stadioneingang zu verringern. Im Fokus steht aber die Sicherheit, denn das System schlägt bei gekennzeichneten Hooligans Alarm, auch bei denen, die aus dem Ausland zu Europacupspielen kommen. Die Sicherheit ist auch für Jens Spahn, Security-Director der FIFA, „als allererstes Kundenservice. Denn Menschen haben das Recht, sich sicher zu fühlen…“ Mit Social Media erhalten die Fans Informationen in Echtzeit. Den Gehalt dieser Informationen werten diese aus und fühlen sich nach Wertung einer Informationslage sicherer oder unsicherer.

Alle Teilnehmer freuen sich uneingeschränkt auf die im nächsten Jahr anstehende Fußball-Europameisterschaft. Es ist schon faszinierend: Obwohl sich die Anzahl der Spiele fast inflationär aufbläht, ist der Boom nach Tickets bei den Fans nicht gestillt. Auf 1,5 Millionen vorhandene Tickets in 12 unterschiedlichen Ländern entfallen 19,3 Millionen Anfragen!