Sampdoria Genua-Kids führen die Stars des Gegners SSC Napoli glücklich und mit stolz geschwellter Brust auf den Platz.
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Das unlautere Business mit glänzenden Kinderaugen

Für viele Kinder ist es, als würden der Geburtstag und Weihnachten zusammenfallen: Einmal vor ausverkauftem Stadion mit den geliebten Idolen gemeinsam den heiligen Rasen betreten, die vergötterten Starts als Teil der Einlauf-Eskorte auf den Platz führen. Diesen Feiertag vergisst man als Junge oder Mädchen ein Leben lang nicht. Davon kann man noch 50 Jahre später den eigenen Enkelkindern berichten…

Der FC Bayern München geht mit dem Thema „Einlauf-Kids“ sehr überlegt um: Den Club erreichen jährlich tausende von Anfragen für die rund 700 Plätze, die bei ca. 30 Heimspielen im Kalenderjahr zu vergeben sind. 22 Plätze gibt es an jedem Spieltag in der Allianz-Arena! Das Reglement sieht vor: Viele Wünsche werden unter karitativen Aspekten erfüllt, sozial oder gesundheitlich benachteiligte Kinder haben ihren festen Stammplatz beim Abonnement-Meister aus der bayerischen Landeshauptstadt. Viele Plätze werden über die Sponsoren vergeben, die – im Rahmen von PR-Aktionen – die Kontingente über Medienpartner verlosen.

Die Bayern pflegen bereits heute ihre Klientel von Morgen

Und dann sind natürlich auch Plätze für Mitglieder des FC Bayern Kids Club reserviert – Kinder von Dauerkartenbesitzern oder Vereinsmitgliedern. Der Kids Club bietet dem Nachwuchs „unkaufbare Erlebnisse“, wie beispielsweise die Teilnahme an einer Kinder-Pressekonferenz mit Publikumsliebling Thomas Müller oder ein Ski-Erlebnis mit Maskottchen Bernie in Lenggries. Für den Vorzeigeclub von der Isar ist selbstverständlich: Die Jungen und Mädchen werden mit Trikot, Hose und Stutzen des Rekordmeisters ausgestattet und können diese „Klamotten“ als ewiges Souvenir mit nach Hause nehmen, was diesen Tag im Kinderzimmer, in der Familie und bei Freunden ewig erscheinen lässt.

Das Kalkül der Macher von der Säbener Straße ist klar: 30 Heimspiele machen 660 Kids glücklich, bleibende Fans der Rot-Weißen… Und mit der Familie und Freunden, die hautnah vom Erlebnis motiviert werden, rechnet man schnell ca. 7.000 Bayern-Sympathisanten hinzu. Das bedeutet: Auf die Dauer brauchen sich die Bayern keine Sorgen um schwindende Mitglieder- oder Zuschauerzahlen zu machen!

Anrüchiges Geschäftsmodell mit Einlauf-Kids im Herzen des Fußballs

Auf der Insel in der Premiere League sieht das weit anders aus: Den Traum der Kinder zu erfüllen, kostet hier den Eltern richtig Geld. Kids, die mit den Profis von West Ham United auflaufen, zahlen jeweils bis zu 830 Euro. Aufsteiger Norwich City verlangt pro Kind 499 Euro – wer das Team mit dem Captain auf den heiligen Rasen führt, muss allerdings noch mal eine Schippe drauflegen. 505 Euro kostet dieser Spaß! Hochgerechnet kassieren die beiden Clubs mit dieser fragwürdigen Vermarktungsmaßnahme mehr als 500.000 Euro pro Saison.

Sportliches Fairplay demonstrieren der FC Liverpool, Manchester City und die Londoner Clubs von Arsenal und Chelsea: Alle Plätze werden verlost!

Aus Sicht der Politik „vergammelt“ das Einlaufkind zu einem Privileg der Reichen. Das widerspricht der Philosophie des Fußballs, die ihren Kern in der Arbeiterklasse hat.

Fans zu Kunden und Kunden zu Fans machen

Aktuell führt die Schweizer weeConomy AG – nach der Idee von Mehrheitsaktionär und Impulsgeber Cengiz Ehliz – ihr Mobile Payment- und Cashback-System wee europaweit flächendeckend ein. Mit der Arenen-Digitalisierung verbindet das Unternehmen Partnerschaften der hier aktiven Vorzeige-Clubs. Die Kunden der digitalisierten Einzelhändler, die mit der weeCard oder weeApp gleichermaßen im Stadion oder beim angeschlossenen Einzelhandel und sogar beim E-Commerce unter Nutzung von Rabatten konsumieren können, sind für das Schweizer Unternehmen bereits aktives oder perspektivisch zusätzliches Fanpotenzial des lokal dominierenden Profi-Clubs. Deshalb legen die Mobile Payment-Spezialisten mit ihrer Division Sports & Entertainment größten Wert darauf, für die regionalen Kunden und Fans einzigartige Incentives mit den Clubs, mit Spielern, in der Arena etc. anbieten zu können. Das steigert Sympathie und Nutzungsverhalten des eigenen Produkts und intensiviert die Bindung zum Lieblingsverein.