Leuchtet das olympische Feuer 2032 aus der Rhein-Ruhr-Region in die Welt?
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Macher Mronz setzt auf nachhaltige und kostengünstige Spiele

Digitalisierung als Turbo für einen erfolgreichen Strukturwandel, ein kompletter Relaunch der Verkehrsinfrastruktur und intelligente Mobilitätskonzepte unterstützen die Nachhaltigkeit in der Olympia-Bewerbung, von der die Menschen im sportverrückten Nordrhein-Westfalen profitieren sollen.

Welches olympische Schicksal verbindet in der sportpolitischen Vergangenheit die Städte Krakau, Barcelona, Stockholm, St. Moritz und Graubünden sowie München und Hamburg? Diese Metropolen wollten olympische Spiele durchführen, scheiterten aber alle schon im Vorstadium der offiziellen Bewerbung, da sich die Bevölkerung in Bürgerentscheiden dagegen aussprach. Für die Bewerbung der Winterspiele 2018 und 2022 stimmten die Münchner Bürger insgesamt vier Mal mit Nein ab. Obwohl die Bayerische Landeshauptstadt 1972 die Sommerspiele nutzte, um die Kommune strukturpolitisch – U-Bahn, Olympiapark, Ringverkehre, Wohnungsbau – auf damaliges Weltstadtniveau zu befördern.

„Mastermind“ Mronz ist Impulsgeber und Treiber von Olympia 2032

Im Rennen um eine Bewerbung zur Ausrichtung der Olympischen Spiele 2032 hat jetzt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) einen richtungsweisenden Entscheid getroffen: Der Verband um den Präsidenten Alfons Hörmann hat sich für die Initiative Rhein-Ruhr-Region entschieden, was das ambitionierte Berlin aus dem Rennen geschossen hat. Hinter dieser Initiative steckt Michael Mronz, international erfolgreicher Sportmanager und als Netzwerker bestens verdrahtet. Mit der Ausrichtung des CHIO in Aachen, des bedeutendsten Reit- und Spring-Festivals in Europa, kreiert der Witwer von Ex-Außenminister Guido Westerwelle alljährlich neue Umsatzrekorde. 

Düsseldorf soll mit einem mobilen Olympiastadion Zentrum von Olympia 2032 werden.
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Die Idee, das Thema Olympia anzugehen entstand bei ihm im Jahr 2016: Gemeinsam mit dem Team seiner Fima hat der Sportmanager zunächst die möglichen Spielstätten katalogisiert und analysiert, Kontakte zu den Kommunen aufgebaut, die Landesregierung integriert, die Sportverbände für seine Idee motiviert. Was dabei entscheidendes Momentum war und immer noch ist: Mronz ist nicht abhängig, denn die Arbeiten an der Bewerbung werden privat finanziert, keine Steuergelder stehen zur Verfügung.

Die sportstärkste Region in Deutschland

Was prädestiniert diese Region, in der 10 Millionen Menschen leben, die durchweg sportbegeistert ist? In den Stadien des Ballungsgebietes Rhein Ruhr haben 640.000 Menschen zeitgleich Platz. Es gibt 18.840 Sportvereine mit 5.112.000 Mitgliedern. Diese Sportler können auf mehr als 38.000 Sportanlagen aktiv sein. Nordrhein-Westfalen hat bundesweit die meisten Bundesstützpunkte und Nachwuchs-Bundesstützpunkte. Dazu kommen die drei Olympia-Stützpunkte Westfalen, Rhein-Ruhr und Rheinland. Bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 war das Sportland NRW an 45 % (19 von 42) der gewonnenen deutschen Medaillen beteiligt.

Im Vorfeld der DOSB-Entscheidung hatte Präsident Hörmann eine Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben. Diese, so zitiert die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), zeichne „ein erfreulich positives Bild der Stimmungslage an Rein und Ruhr und in jeder der Beteiligten Kommunen“, so der Präsident im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Insofern hat diese Initiative „eindeutig die bessere Ausgangslage als derzeit Berlin.“ Der Verbandschef erläutert weiter: „Fairerweise muss man natürlich betonen, dass Rhein-Ruhr bereits einen zwei- bis dreijährigen Prozess hinter sich hat, den Berlin so nicht hatte.“ Möglicherweise vergibt das Internationale Olympische Komitee die entsprechenden Spiele schon im Jahre 2022. Und dann hätte Berlin schon – logisch betrachtet – einen Planungsnachteil, der nicht mehr kompensiert werden könnte. Eine offizielle nationale Entscheidung dürfte bei einer Mitgliederversammlung des DOSB fallen – avisierter Termin ist der 5. Dezember. Glaubt man den Planern in Aachen und Essen bei der „Rhein Ruhr City 2032“, bereitet die Landesregierung NRW eine Bürgerumfrage vor, die voraussichtlich Ende 2020 realisiert wird. Macher Mronz hat mit seinem Team bis dato keine fertige Bewerbung in der Tasche, vielmehr einen Konzeptentwurf erarbeitet: „Wie können ökologisch und ökonomisch nachhaltige Spiele im Radius von 100 Kilometern rund um Düsseldorf ausgerichtet werden?“ So der Kern der Aufgabenstellung….

Der ehrgeizige Ministerpräsident möchte Olympia für NRW

Mronz erklärt: „Mit dem vorliegenden Konzept wird eine Vision dargestellt: die Vision eines überregionalen, gemeinschaftlichen und nachhaltigen Konzeptes für Olympische und Paralympische Spiele in der Metropolregion Rhein-Ruhr.“ NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist vom Erfolg einer möglichen Bewerbung überzeugt, wenn der Sport und der nachhaltige Nutzen für die Menschen im Mittelpunkt stehen, fernab jeder Gigantomanie. Die Spiele würden, so seine Auffassung, die Attraktivität und Aktivität zukunftsträchtiger Wirtschaftsfelder steigern, wie im Bereich der Mobilität und Digitalisierung. 14 Städte aus der Region sollen Austragungsort werden: spektakulär beispielsweise die Idee, die Schwimmwettbewerbe in der Veltins-Arena, der Heimstätte von Schalke 04, vor 60.000 Fans, durchführen zu wollen.

Olympisches Schwimmen soll in der Veltins-Arena vor 60.000 Fans stattfinden.
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Die definierten Ziele der Initiative:

  • Maximal nachhaltige und kostenbewusste Spiele
  • Olympische Spiele einem möglichst breiten Publikum zugänglich machen
  • Attraktivitätssteigerung und Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Gesamtregion Rhein-Ruhr durch gemeinschaftliches Handeln der Akteure

Aus der Sicht von Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen, der sich zum Thema intensiv beim Festakt „10 Jahre RUHR 2010 – Kulturhauptstadt Europas“ äußerte, steht nicht der Bau von Sportstätten im Vordergrund, denn 85 % aller relevanten stehen bereits erfolgreich im Betrieb. Aus seiner Sicht gilt es, den öffentlichen Personennahverkehr im Sinne von vernetzter Mobilität auf den Level einer Metropole zu befördern und die Chancen der Digitalisierung für die durch Strukturwandel kontinuierlich gebeutelte Region zu nutzen. Nachhaltigkeit bedeutet für Kufen beispielsweise auch, die Universiade 2025 hier umsetzen zu wollen. Die Entscheidung hierfür wird bereits im Mai 2020 erwartet!

Innovative Konzepte: Erfolgreiche Unternehmen unterstützen Bewerbung

Unternehmen wie Evonik und RAG Stiftung aus Essen, Daimler aus Stuttgart und Deutsche Post aus Bonn, der Rheinische Sparkassen- und Giroverband, jeweils die Stadtwerke aus Köln, Düsseldorf und Krefeld, unterstützen bereits Mronz und seine Vision. Was bei Mobilitätskonzepten Daimler und die TU Aachen leisten, könnte bei der Digitalisierung die Düsseldorfer Vodafone oder die Bonner Deutsche Telekom werden. Beim SPOBIS, Europas bedeutendstem Sport-Business-Event, konnte man den Mobile Payment- und Cashback-Anbieter wee auf den Plattformen der D-Live, Betreiber der fünf Düsseldorfer Arenen, und des Technologie-Dienstleisters simply-X, erkennen. Es ist kein Geheimnis, dass die Schweizer aktuell europäisch in die Märkte stoßen und die Rhein-Ruhr-Region mit den vielfältigen Sportstätten und hunderttausend stationären Einzelhändlern ein Fokus in der Marktgewinnungsstrategie sein soll. wee digitalisiert und vernetzt den stationären Einzelhandel mit digitalisierten Stadien und dem eigenen E-Commerce. Konsumenten sollen mit der weeCard oder weeAPP gleichermaßen in der Arena, im Handel vor Ort und im Onlineportal konsumieren können, dabei Rabatte generieren und mit diesen im angeschlossenen Einzelhandel oder in der integrierten Arena einkaufen und bezahlen können. So die Vision des Gründers Cengiz Ehliz, bis vor Kurzen amtierender Unternehmer des Jahres von München. Eine Kooperation mit der Olympiabewerbung würde beidseitig Sinn ergeben!

Die Zeche Zollverein, heute Weltkulturerbe und Tourismus-Magnet könnte zum Gesicht von Olympia werden. Hier würden Mountain-Biking-Wettkämpfe stattfinden.
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Als sich das Ruhrgebiet vor über 15 Jahren aufmachte, europäische Kulturhauptstadt unter dem Bannerträger von Essen zu werden, wurde das Projekt durchweg – auch in den eigenen Reihen wie dem damaligen Regionalverband Ruhr – belächelt. Es war der Kreativität einiger weniger wie dem Kulturmacher Dr. Oliver Scheytt und dem Ex-Wirtschaftsminister Werner Müller, der damals den Evonik-Vorgänger RAG führte, zu verdanken, dass die regionale, nationale und internationale Bewerbung souverän gewonnen werden konnte. Die begleitenden PR- und Werbekampagnen wurden mit unzähligen international renommierten Branchen-Awards überhäuft. Vom damaligen Aufbruch ist wenig geblieben – die damaligen Macher konnten das Momentum strategisch aus der „Kleinstaaterei“ der konkurrierenden Kommunen nicht herausführen.

Jetzt bietet sich die finale Chance für das Ruhrgebiet – gemeinsam mit dem Partner Rheinland. Ob Zufall oder nicht: Das Büro der Olympia-Planer steht auf dem ehemals größten Zechengelände der Welt, das heute Weltkulturerbe ist und für das Kulturhauptstadtjahr 2010 zum touristischen Herzstück der Region ausgebaut wurde.

Zum Download: das aktuelle Bewerbungskonzept

https://www.rheinruhrcity.com/catalog/de/#170

Das erste offene Stadion-Bezahlsystem der Welt von wee:

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