500 Autos mit über 1.000 Fans freuen sich auf das erste Sport-Event mit Zuschauern in Corona-Zeiten. (Foto: D-Live)

Verrückte Corona-Welt macht erfinderisch

Dass Autokinos noch mal so richtig in Mode kommen, hätte sich vor einigen Monaten auch niemand so richtig vorstellen können. Für die gebeutelte Eventbranche ist das aber aktuell die einzige Möglichkeit, im Rahmen der verordneten Restriktionen aktiv sein zu können, um Geld zu verdienen. Bundesweit schießen derzeit dort, wo sonst Kirmesveranstaltungen mit Riesenrädern, Achterbahnen und „Fressbuden“ Hunderttausende anlocken oder auf den Parkplätzen vieler Messe-Gesellschaften, Autokinos wie Pilze aus dem Boden.

Für die zahlreichen Veranstalter ist das in Sachen Umsatz zwar nur ein Wermutstropfen gegenüber den Ausfällen, die durch die Pandemie verursacht worden sind, aber Autokino-Events mit Catering-Angeboten helfen, die finanzielle Durststrecke etwas abzufedern. Als kreativer Trendsetter positioniert sich aktuell das Düsseldorfer Autokino, betrieben von der städtischen D-Live GmbH. Es gilt – trotz der sozialen Distanz – den Bürgerinnen und Bürgern der Landeshauptstadt etwas Schönes anzubieten, zu unterhalten… Und das verantwortungsbewusst unter strenger Einhaltung aller geltenden Sicherheitsvorgaben und Verhaltensregeln. Am 8. April erfolgte der Startschuss. Da passt es punktgenau, dass ein regionaler VW-Händler die Schirmherrschaft für die „automobile“ Location übernommen hat.

Innovativ: die städtische Eventagentur D-Live

Geschäftsführer Michael Brill ist dabei umtriebig: Im Autokino mit der 400 Quadratmeter großen Leinwand gaben sich bereits die Rapper SSIO und Alligatoah die Ehre und Comedian Markus Krebs lief unter Hupkonzerten der begeisterten Fans zur Höchstform auf. In Kürze dürfte der Messeparkplatz unter Mega-Bässen und Beats vibrieren:  Der „World Club Dome“, mit internationalen Top-DJs, wird ein gigantisches Spektakel abliefern. Die ansonsten legendäre Jazz Rally in der Altstadt haben die Macher „ruck zuck“ auf den Messeparklatz verlegt und digital ausgerichtet, es finden dort fast täglich Abschlussbälle, Hochzeiten und Firmenveranstaltungen statt… Aber das ist der absolute Clou: Gemeinsam mit dem Hauptsponsor psd Bank hat das Team von Michael Brill ein Sport-Event auf höchstem Niveau kreiert. Mit der „Flight Night“ am 12. Juni findet europaweit das erste professionelle Zuschauer-Event im Sport seit dem Corona-Lockdown statt.

Wie das gehen soll? Mitten im Autokino wird eine riesige Stabhochsprunganlage aufgebaut, umgeben von den Autos der Zuschauer. Diese können den Wettbewerb sowohl auf der Anlage, als auch über die riesige Leinwand verfolgen. Der Ton – Moderation und Musik – wird über das Autoradio mit einer definierten UKW-Frequenz eingespielt. Gut 500 Autos mit über 1.000 Zuschauern sind bei den Veranstaltungen auf dem Messeparklatz zugelassen!

Für den Stabhochspring-Event haben die besten deutschen Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre, Torben Blech und Raphael Holzdeppe bereits zugesagt. Das „Line-up“ soll weitergehend mit internationalen Stars ausgebaut werden. Wer hätte von den Spitzenathleten bis vor kurzem noch gedacht, dass die Alternative zu den Olympischen Spielen in Tokio eine Performance im Autokino in Düsseldorf ist?

Die perfekte VIP-Lounge ist das eigene Auto

Die Sicherheit für alle Zuschauer hat höchste Priorität: So parken die Autos mit einem Abstand von 1,5 Metern zueinander. Und kontinuierlich durchgeführte Reinigungsintervalle werden an den Sanitär- und Cateringstationen durchgeführt.

Skurril: Ein Auto-Ticket für zwei Personen kostet 22 Euro, ein Rückbankticket gibt´s bereits für fünf Euro.

Düsseldorf: digitale Hauptstadt Europas?

Der Chef der Düsseldorfer Venues, Michael Brill, plant Großes auf dem Weg zur digitalen Vorzeige-Metropole: Bereits im vergangenen Jahr wurde, so ist aus Insiderkreisen zu hören, eine Art Vorvertrag mit dem Schweizer Mobile Payment- und Cashback-Unternehmen weeConomy AG abgeschlossen. Ziel soll es sein, die fünf großen Düsseldorfer Veranstaltungsstätten zu digitalisieren und mit dem stationären Einzelhandel, der gleichermaßen in die technologische Infrastruktur von „wee“ eingebunden werden soll, zu verknüpfen. Dabei sollen dann Stadionbesucher mit der weeApp oder der weeCard als Ticket einerseits bargeldlos in die Arenen gelangen, andererseits können beispielsweise Rabatte, die der Verbraucher beim Einkauf im lokalen Einzelhandel als wee erhält (ein wee = ein Euro), für den Konsum im Stadion eingesetzt werden können.