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Topstars und Sternchen beim Sport-Business-Highlight des Jahres in Düsseldorf

Im Kalender des Milliarden-Business Sport sind zwei Feiertage pro Jahr gesetzt: Im wahrsten Sinne des Wortes – denn die Branche feiert sich selbst! Traditionell passiert das zu Beginn des Kalenderjahres in der Sportstadt Düsseldorf beim SPOBIS im CCD Congress Center der Messe. Mancher „Big Deal“ wurde und wird hier perfekt gemacht – was dann die Nachrichtenformate von Sport und Wirtschaft befeuert. Und alljährlich wieder für Aufsehen sorgt! Inzwischen wird Europas bedeutendstes Branchenevent zum zehnten Mal in der NRW-Landeshauptstadt organisiert: Diese heute startende Entscheider- und Multiplikatoren-Veranstaltung ist traditionell auf zwei Tage terminiert, mit 3.500 Teilnehmern, 200 Rednern, 150 Programmpunkten, 10 Bühnen…  Jede Menge Prominenz bildet auch 2020 wieder den Rahmen für das „Klassentreffen“ der Sport-Businessbranche!

Kein geringerer als Fritz Keller, neuer DFB-Präsident, präsentiert vor den Insidern der Fachwelt seine persönliche Agenda. Der erfolgreiche Gastronom und Winzer, langjähriger Präsident des SC Freiburg, soll jüngst zerbrochenes Porzellan beim größten Sportverband der Welt wieder kitten. Die Zeiten von aufgeblähten Apparaten, Gewinnmaximierung durch eher substanzloses Marketing rund um „Die Mannschaft“, wie Oliver Bierhoff die Fußball-Nationalmannschaft als Marke seit einigen Jahren positioniert, dürften nun vorbei sein. Fan-Nähe, gepaart mit verordneter Bodenhaftung aller Verbandsakteure, könnte die Schlüsselbotschaft des neuen deutschen Fußball-Chefstrategen sein. Denn nur mit einem Überdenken der eigenen Philosophie und entsprechendem Handeln lässt sich verlorenes Vertrauen bei den Fans wieder zurückgewinnen.

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FDP-Vorsitzender Christian Lindner, MdB, und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge geben seltene Einblicke in ihr eigenes Seelenleben: Die beiden Führungspersönlichkeiten stellen sich im Talk spannenden Fragen: „Wie geht man als Mensch mit der gigantischen Erwartungshaltung um, der man von außen tagtäglich ausgesetzt ist?“ „Wie lassen sich persönliche Zweifel überwinden und verarbeiten?“

Ist im Profisport Platz für Moral und Ethik?

Gespannt sein dürfen die Gäste sicher auch auf die Diskussion mit Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, der sich im Gespräch mit dem Chef der Bildredaktion, Julian Reichelt, dem Thema „Werte wie Moral und Ethik“ stellt. „Haben Profi-Sport und Medien eine maßgebende Rolle, vielleicht sogar eine Vorbildfunktion, in unserer Gesellschaft?“ Wie geht man als Champions League-Club damit um, wenn Spieler in Dubai für tausende von Euros blattgoldbelegte Steaks essen und dann in den sozialen Medien posten – mit Mega-Bashing als Reaktion der Fans und daraus resultierenden Imageverlusten des Clubs?…

Ist es inzwischen normal, dass sich eine Mannschaft wie RB Leipzig den Lieblingsfigaro aus London einfliegen lässt, damit die Frisuren der Kicker beim Auswärtsspiel in Frankfurt auch richtig sitzen? Wie geht ein meinungsführendes Boulevard-Blatt damit um? Mediale Keule raus oder ignorieren?

Millionen-Sponsoring-Etat von BMW kurz vor Umschichtung?

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Seitens der Big Spender, der Sponsoren in der Branche, wartet der neue Marketingchef von BMW auf, der vorab bei Mercedes erfolgreich aktiv war. Jens Thiemer wird die Chance dieser gebotenen Plattform nutzen, um über den neuen Markenauftritt der Münchner zu sprechen, was, so wird gemunkelt, auch diametrale Auswirkungen auf die globale Sponsoring-Strategie hat. Clubs und Verbände zittern bereits, in Angst vor Kündigungen bestehender Sponsorships. Bei Bayern München hatten sich die Autobauer mit der Niere im Kühlergrill kürzlich eine „blaue Nase“ geholt, wollten sie doch, promotet von Bayerns Ex-Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber, der gleichermaßen Aufsichtsratsmitglied beim Elitekicker-Club aus München ist, den langjährigen FC Bayern-Partner Audi ablösen. Indiskretionen gaben Einsicht in die Verhandlungen, weshalb Rummenigge und Hoeneß die Reißleine bei den Verhandlungen zogen. Audi hat sich daraufhin mit dem langfristigen Ausbau und der Aufstockung des Sponsorships im mittleren zweistelligen Millionen Euro-Bereich bedankt – was dazu führt, dass BMW mit prallgefüllter Sponsoring-Börse jetzt richtig aktiv werden kann.

Der beliebteste Stadionname kommt aus Grevenstein im Hochsauerland

Jede Menge Gesprächsstoff bietet sicher auch die von FanQ und IRIS (Intelligent Research in Sponsoring) aktuell veröffentlichte Studie zu Sympathiewerten von Sponsoren, die Namensrechte für Stadien gekauft haben. Inzwischen konnten 66,1 Prozent aller Spielstätten der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga ihre Namensrechte vermarkten. Der bundesweit beliebteste Namenssponsor ist die Brauerei Veltins, Namensgeber der Veltins-Arena, in der die Schalker Knappen spielen. Die Fans sind von der Glaubwürdigkeit des Engagements überzeugt, da die Brauer im naheliegenden Hochsauerland ansässig sind und einen ihrer Kernmärkte im Ruhrgebiet haben. Insofern erzielen auch andere regionale Partner wie RheinEnergie in Köln, Volkswagen in Wolfsburg oder Bayer in Leverkusen überdurchschnittlich hohe Sympathiewerte. In Sachen Bekanntheit und Image liegen die Wohninvest aus Bremen, und  das Unternehmen PreZero als Namensgeber für das Sinsheimer Stadion der TSG 1899 Hoffenheim am Ende des Rankings.

Digitalisierung von Arenen kapitalisiert Fanverhalten für Stadionbetreiber, Clubs und Medien

Der Ground, auf dem beim SPOBIS gepunktet wird, sind allerdings nicht die Foren, sondern die weitläufigen Gänge, Cafeterien und Lobbys. Hier werden tausende Visitenkarten und Flyer getauscht, in der Hoffnung den „Next Big Deal“ an Land zu ziehen. Sport ist ein Mega-Milliarden Markt – für Verbände und Clubs, für Wirtschaft mit Sponsoren, als Dienstleister für Stadionbau und Arenen-Infrastruktur, für Anwälte, die auf Vermarktungsrechte oder Spielertransfers spezialisiert sind, für die Spielerberater und Medien.

Ein wichtiges Thema, das bereits im Fokus des wee ARENA SUMMIT stand, der zwei Monate vorher in der Frankfurter Commerzbank-Arena ausgerichtet wurde, ist die Digitalisierung. Mit der 5-G-Technologie möchten beispielsweise die Chinesen von Huawei, die Deutsche Telekom oder Vodafone punkten. So sollen mit der neuen Turbo-Geschwindigkeit beim W-LAN in den Stadien ganz neue, lukrative Services für die Fans angeboten werden. Das beginnt beim Catering, wo der Fan in Zukunft über eine Stadion-App sich das Bier oder die Bratwurst zu seinem Tribünenplatz bringen lassen kann. Das führt über interaktive Bewegtbild-Angebote, mit denen der Fan während des Spiels mittels Smartphone streamen kann.

„The Next Big Thing“ – von Bad Tölz in die Welt

Aber auch Mobile Payment ist Thema – hoch oben auf der Agenda von Sportorganisationen, Profi-Clubs, Stadionbetreibern, der Finanzbranche und Digitalisierungsspezialisten. So hat die Schweizer weeConomy AG kürzlich das weltweit erste offene Stadion-Bezahlsystem präsentiert, das mit Beginn der neuen Saison im Stade de Tourbillon beim Walliser Kult-Club FC Sion, der in der ersten Schweizer Fußball-Liga spielt, eingeführt werden soll. Als Blaupause für das Unternehmen, das aktuell sein digitales Payment, das mit einer Benefit-Plattform gekoppelt ist, europaweit einführt, dient die überschaubare weeArena in Bad Tölz, Heimstätte des DEL2-Eishockeyclubs Tölzer Löwen. Einzigartig an diesem System ist die Vernetzung von einer digitalisierten Arena mit dem gleichfalls digitalisierten stationären Einzelhandel und einem eigenen E-Commerce-Portal. Diese Synchronisation erlaubt es dem Fan, die beim Einkauf im Einzelhandel gesammelten Rabatte für den Konsum im Stadion nutzen zu können. Und natürlich funktioniert das auch umgekehrt: Hat der Fan seine Karte oder App im Stadion mit digitalem Geld aufgeladen, braucht er beim Verlassen der Arena nicht wieder entladen. Denn er kann sein digitales wee-Guthaben beim Bäcker, Friseur, Metzger oder in seiner Lieblingskneipe ausgeben, unter der Voraussetzung diese Geschäfte haben sich als Partner wee angeschlossen. Alternativ bieten die Schweizer den Fans und Kunden sogar die Möglichkeit an, sich die wee als Euro auf das eigene Girokonto zu überweisen.

Beim Fachkongress für Arenen-Entscheider in Frankfurt bezeichnete Michael Brill, Geschäftsführer der D-Live Management GmbH, u.a. verantwortlich für die technische Ausstattung, Vermarktung und Bespielung der fünf Düsseldorfer Venues, wee als „the Next Big Thing.“ Diese Einschätzung spiegelt Vision und Strategie von Cengiz Ehliz, seines Zeichens Impulsgeber und Mehrheitsaktionär von wee sowie amtierender Unternehmer des Jahres von München.

Beim SPOBIS präsentiert sich das Unternehmen mit dem innovativen Produkt am Stand der D-Live und bei ihrem Technologiepartner simply-X. Man darf auf die kommenden Digitalisierungs- und Mobile Payment-Projekte von wee sehr gespannt sein!