Die Menschen in Deutschland sind weiterhin zufrieden mit ihrem Leben – dies liegt auch an der guten Wirtschaftslage. Das besagt eine Studie, die die Deutsche Post veröffentlichte. Je niedriger die Arbeitslosigkeit und je besser die wirtschaftlichen Verhältnisse, desto zufriedener sind die Menschen. Was man als Laie vermuten würde, haben Experten in dem Statistikwerk der Deutschen Post, dem „Glücksatlas 2018“, empirisch belegt.  Die Bewertung der Lebenszufriedenheit 2018 erreichte auf einer Skala von 0 bis 10 im Schnitt 7,05 Punkte und liegt damit nahezu gleichauf mit dem Vorjahr (7,07). Das Lebensglück bleibt auf hohem Niveau. Schwerpunkt der Studie war die Zufriedenheit der Erwerbstätigen.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit seit 2005 wirkte sich im Langzeitvergleich deutlich auf die (positive) Laune im Land aus. Die Arbeitsplatzsicherheit hat zugenommen, ein wesentlicher Sicherheits- und Zufriedenheitsfaktor der Menschen. Das lässt Sorgen sinken, sichert finanzielle Stabilität und kurbelt das Konsumverhalten an. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Wirtschaft aus – ein ökonomischer Kreislauf, der eng verwoben ist. Der Abstand zwischen West- und Ostdeutschland verringerte sich etwas (0,20 nach 0,22 Punkten). Auch die regionalen Unterschiede in Punkto zufriedenste und weniger glückliche Menschen blieb laut Auswertung mit nur 0,6 Prozentpunkten auf dem niedrigen Vorjahresniveau.

Bayern auf Platz vier und acht

Die Bayern sind traditionell und auch lt. „Glücksatlas 2018“ zufriedener als viele Menschen im Bundesdurchschnitt. Mit 7,26 Punkten sind die Franken auf einer Skala von 0 bis 10 etwas zufriedener als die Menschen in Südbayern (7,22 Punkte). Im deutschlandweiten Regionenvergleich landet Franken auf dem vierten, Bayern-Süd auf dem achten Platz.

Die regionale Abweichung ist schnell erläutert: Die Studie ist in etliche Teilbereiche gesplittet. Vor allem im Bereich „Wohnung und Freizeit“ punktet Franken mit einem etwas höheren Wert als Bayern-Süd. Mitunter ein Grund hierfür sind die deutlich niedrigeren Mieten: In Franken liegen die Mietkosten deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. In Südbayern, besonders im Großraum München, sind die Kosten bekanntlich besonders hoch. In den Studien-Teilbereichen Arbeit, Gesundheit und Haushaltseinkommen zeigen sich die Bewohner im Süden des Freistaats überdurchschnittlich zufrieden.

Schleswig-Holsteiner am zufriedensten

In Schleswig-Holstein sind die Menschen laut „Glücksatlas“ bereits seit 2013 am zufriedensten. Sie bauten ihre Führung sogar auf 7,44 Punkte aus. Die Forscher begründen das durch die ausgeprägte Zufriedenheit mit der Wohn- und Freizeitsituation in dem nördlichsten Bundesland. Hamburg kommt gleich danach mit 7,36 Punkten und vergrößerte den Vorsprung vor den, unverändert zufriedenen, Hessen mit 7,27 Punkten und Franken mit 7,26.

In Ostdeutschland prägte sich das positive Lebensgefühl in Thüringen (7,03 nach 6,97) und Mecklenburg-Vorpommern (6,96 nach 6,89) stärker aus, wobei alle dortigen Regionen in der unteren Tabellenhälfte blieben. Das Schlusslicht des Vorjahres, Sachsen-Anhalt, landet bei 6,88 Punkten und tauschte mit Brandenburg. Das Bundesland lag mit 6,84 nun an letzter Stelle des Rankings.