Die Nutzung des Internets in Deutschland steigt jedes Jahr rasant an. Die Surf-Geschwindigkeit kommt dabei jedoch nicht mit. Laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) belegt Deutschland im internationalen Vergleich der Industrienationen einen der hinteren Plätze.

In den Asiatischen Wirtschaftszentren sind bereits 75 Prozent der Haushalte mit Glasfaserkabeln und somit hyperschnellem Internet versorgt. In Deutschland hingegen sind es nicht einmal 2 %. Ein klarer Wettbewerbsnachteil für die Industrie – gerade auch für die Entwicklung neuer Technologien.

Kupfer vs: Glasfaser

Seit 2009 wird von der Regierung regelmäßig der schnelle Ausbau der Infrastruktur versprochen: „flächendeckendes Breitband für alle bis 2010“. 2016 wurde sogar „die beste digitale Infrastruktur weltweit“ als Ziel ausgegeben. Passiert ist bis dato leider relativ wenig. Auch die festgelegten Ziele bis 2025 werden nicht erreicht werden. 

Das größte Hindernis ist der letzte Step vom Stromkasten auf der Straße bis in den Keller. Auf dieser sogenannten „letzten Meile“ liegen überwiegend Telefonkabel aus Kupfer, im ungünstigsten Fall sind diese bis zu 80 Jahre alt. Mit diesen sind Geschwindigkeiten von maximal 50 – 100 Mbit/s zu erreichen (mit DSL Anschluss).

Aktuell setzt die Telekom noch auf diese sogenannte „Vectoring Variante“ und bremst damit den Ausbau der Glasfasertechnologie. Mit einer Glasfaserverbindung können Geschwindigkeiten von 1 Gigabit pro Sekunde ohne Probleme erreicht werden. Somit kann um ein Vielfaches schneller gesurft werden. Solange also die Telekom noch das veraltete System anbietet, wird der Ausbau der Glasfasertechnologie auch in den nächsten Jahren nicht entscheidend vorankommen und Deutschland seine Position im hinteren Feld der Surfgeschwindigkeit behalten.