Der Einzelhandel befindet sich in einer schwierigen Lage. Die Digitalisierung eröffnet einerseits neue Geschäftsfelder, der E-Commerce Umsatz steigt von Jahr zu Jahr. Technische Innovationen bieten Raum zur Verbesserung der Logistik. Zudem können zum Beispiel mittels Social Media oder Suchmaschinen Marketing eigene Kommunikationskanäle und Absatzmärkte erschlossen werden. Andererseits beschränken Bürokratie und Ungewissheit bei verschiedenen Themen, zum Beispiel der Quellensteuer und die Experimentierfreudigkeit.

Europa gefordert

Ein Großteil der nationalen Gesetzgebung, die für den Handel relevant ist, geht heute auf europäische Verordnungen und Richtlinien zurück. Mit Blick auf die Europawahlen in diesem Jahr fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) daher Freiraum für digitale Innovationen von den EU-Institutionen.

Die Digitalisierung eröffnet dem Handel und seinen Kunden neue Chancen. So ermöglichen beispielsweise Algorithmen verbesserte Absatzprognosen und die noch genauere Anpassung des Produktangebots an die individuellen Wünsche der Verbraucher. Die Politik sollte diese Innovationen nicht durch immer mehr Regulierungen abwürgen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Keine Quellensteuer für Online Werbung

Wer Online Produkte verkaufen will, befindet sich einem harten Wettbewerb. Innerhalb von Sekunden und wenigen Klicks springt der Konsument von Shop zu Shop, vergleicht Preise und Lieferbedingungen, legt Produkte in den Warenkorb und verschwindet plötzlich wieder. Ohne passende Online und Social Media Strategie ist in diesem internationalen Wettbewerb nichts zu holen. 

Die wichtigsten Kanäle hierbei sind Google, Facebook, Instagram und demnächst wahrscheinlich auch WhatsApp. Da es dem Fiskus nicht gelingt diese Konzerne in Europa angemessen zu versteuern, versuchten sie Betriebe mittels Neuinterpretation der Quellensteuer als Steuereintreiber zwischenzuschalten. „Dieses Vorgehen hätte bei den Unternehmen teils für massive rückwirkende Steuerbelastungen gesorgt“, sagt HDE Steuerexperte Jochen Bohne. Daher sei es eine gute Nachricht, dass Bund und Länder sich jetzt darauf einigten, dass Inländische Unternehmen keinen Steuerabzug befürchten müssten.