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Nach Ligareform sind visionäre Projekte in Frankfurt, Bad Tölz, Ravensburg und München geplant

König Fußball regiert mehr denn je die Welt und Deutschland in Sachen Publikumsgunst. Die Big-Player wie Real Madrid oder FC Liverpool sind hier globale Marken mit einem Wert von mehreren Milliarden Euro! Dahinter streiten sich drei heimische Sportarten und Ligen: Die Deutsche Eishockey Liga (DEL), die Basketball Bundesliga (BBL) und die Handball-Bundesliga (HBL). Diese Ligen haben in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben gemacht, sie haben sich durchweg professionalisiert und entwickeln sich unter sportlichen Gesichtspunkten und wirtschaftlich weiterhin positiv. Die BBL profitiert vom Lifestyle-Image der amerikanischen NBA, die auch nach Deutschland abstrahlt, und von der Affinität des Sports bei Jugendlichen und der Bildungselite. Zudem wirkte das Faible von Bayern-Präsident Uli Hoeneß für den Basketball wie ein Turbo. Denn wenn die Bayern etwas möchten, dann kriegen sie es auch. Ähnlich wie die Fußball-Konkurrenten FC Barcelona, Real Madrid oder Paris St Germain baut sich der FC Bayern eine zweite, sehr dynamische Sport-Teilmarke auf. Im Kontext der globalen Vermarktung des deutschen Rekordmeisters, die sehr stark auf Social Media setzt und einen wichtigen Ankerpunkt in den USA hat, sicher keine schlechte strategische Entscheidung.

Was dem nationalen Basketball mit dem in die Jahre gekommenen „German Wunderkind“ Dirk Nowitzki fehlt, ist ein internationaler Erfolg der deutschen Nationalmannschaft. Im Handball, wo sich die erste Liga zu Recht als die stärkste Liga der Welt positioniert, sind die internationalen Erfolge mit dem Gewinn von Europa- (2016) und Weltmeisterschaft (2007) zurückgekehrt. Wie im Eishockey gilt auch für den Basketball: Die Traditionsclubs, die im vergangenen Jahrtausend Titel ohne Ende feierten, meist in der Provinz beheimatet, verschwinden langsam von der Bildfläche der Wahrnehmung. Die Unterfranken aus Großwallstadt und die Bergischen vom VfL Gummersbach haben über Dekaden den heimischen Spitzenhandball geprägt, gewannen unzählige deutsche Meisterschaften, Europapokale und stellten das Gros an Spielern der Nationalmannschaft. Noch schlimmer hat es die Traditionsclubs im Eishockey getroffen: Hier prägten über 40 Jahre die Teams aus Landshut, Kaufbeuren, Riessersee, Rosenheim, Füssen und Bad Tölz das Bild von Eishockey-Deutschland. Und heute? In der DEL spielt der Brauseclub aus München mit dem intelligent angelegten Geld von Investor Mateschitz und dann gibt es noch die stolzen Underdogs aus dem niederbayerischen Straubing, wo ohne verdecktes Mäzenatentum auch nichts laufen würde.

Das deutsche Eishockey mausert sich

Aber es bewegt sich was im Eishockey: Einerseits lebt „Team Deutschland“ als wilde Bande seinen Traum, jüngst im vergangenen Jahr, wo man unerwartet bis ins olympische Finale von Pyeongchang marschierte und sich nur den russischen Sputniks beugen musste. Andererseits zeigt ein Blick in die sportlich bedeutendste und wirtschaftlich stärkste Liga der Welt, die nordamerikanische NHL, dass „Made in Germany“ sehr geschätzt wird. Denn mit Dennis Seidenberg und Leon Draisaitl spielen zwei deutsche Top-Stars der Liga in Philadelphia und im kanadischen Edmonton, wo bei den ortsansässigen Oilers einst auch der legendärste Kufenflitzer der Welt, Superstar Wayne Gretzki, die Massen begeisterte und in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrtausends viermal zum Stanley Cup-Sieger, der Meisterschaft, machte.

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Wenig Einnahmen durch TV-Gelder erschweren Finanzierung der Kader

Aber zurück nach Deutschland: Dass man mit Profi-Eishockeysport Geld verdienen kann, ist ein Trugschluss, den einige Clubs in der Vergangenheit bitter bezahlen mussten. So erging es 2018 auch wieder mal dem SC Riessersee aus Garmisch, dessen Investor rosarote Träume hatte. Geld für die Finanzierung der Teams in der ersten und zweiten Liga zu bekommen ist schwierig. Auch die Blue Chips wie die Düsseldorfer EG, die Berliner Eisbären oder die Kölner Haie müssen um jeden Sponsor, um jedes verkaufte Ticket kämpfen! Oft helfen die Kommunen indirekt – mit günstigen Hallenmieten, kommunalen Tochtergesellschaften als Sponsoren. Immerhin 5,3 Millionen Euro kostet durchschnittlich ein DEL-Team in einer Saison. Die TV-Awareness ist bei den drei Sportarten spärlich und insofern schlecht bezahlt. Basketball konnte man in der jüngsten Vergangenheit bei Sport1 und Kabel eins sehen, Handball bei Sport1. Die Zweitverwertungsrechte bezahlten ARD und ZDF immerhin mit bis zu 250.000 Euro pro Saison. Servus TV ließ sich die Übertragung von 40 DEL-Spielen schätzungsweise 3,5 Millionen Euro pro Saison kosten. Dank – so wird kolportiert – Red Bull und Spender Mateschitz!

Verrückte Ideen oder innovative, nachhaltige Konzepte?

Erfolg für die Eishockey-Clubs kann nur eine Symbiose aus einer einzigartigen sportlichen Geschichte sein, die ein Sponsor für sich als Storytelling aufgreift, ausbaut und wirtschaftlich nutzen kann. Vor einigen Tagen sorgten „Breaking News“ aus Frankfurt und Bad Tölz deutschlandweit für Schlagzeilen der dort beheimateten DEL2-Teams: Die Löwen Frankfurt, DEL2-Meister in der zurückliegenden Saison, unterschrieben einen Vormietvertrag mit der Katz Group für „TheDome“, der Name einer Multifunktionsarena, die mit 23.000 Plätzen die größte Europas werden soll. Avisierter Standort ist am Flughafen! Um die Aufstiegspläne in die höchste Spielklasse für den angedachten Ankermieter zu forcieren, winkt der kanadische Immobilienkonzern mit einem satten Sponsorship und Wettbewerbsvorteilen.

Stefan Krämer, geschäftsführender Gesellschafter der Löwen Frankfurt ist begeistert:

„ … Dieser für uns äußerst großzügige Mietvertrag ist einmalig in der Geschichte des deutschen Sports und zeigt, wie verbindlich TheDOME den regionalen Spitzensport unterstützen will. Mit diesem Mietvertrag ist die Zukunft der Löwen Frankfurt nachhaltig auf Jahre gesichert, da die Löwen sowohl mietfrei in der Arena spielen, als auch pro Jahr eine signifikante monetäre Unterstützung erhalten werden.“

In Oberbayern, der Wiege des deutschen Eishockeys, gibt man Gas

Auch in München bewegt sich die Aufwärtsspirale: Noch in diesem Jahr soll der Grundstein für die Mehrzweckhalle SAP Garden gelegt werden, die ein Fassungsvermögen von 11.500 Zuschauern bietet und 100 Millionen an Baukosten verschlingt. Eigentümer wird die Red Bull GmbH sein. Der neue Superdome im Olympiapark wird voraussichtlich die Spielstätte der beiden Münchner Top-Clubs EHC Red Bull, in diesem Jahr als erster deutscher Eishockey-Verein Champions-League-Finalist, und der Basketballer vom FC Bayern München.

Zeitgleich zur News aus Frankfurt klang es wie Donnerhall aus dem Isarwinkel, als der amtierende Unternehmer des Jahres von München, Cengiz Ehliz, gebürtiger Tölzer und mit seinem Cashback- und Mobile Payment-System wee gleichermaßen Hauptsponsor der Tölzer Löwen und Namensgeber der weeArena, seine Planungen für die nächsten Jahre selbstbewusst kommunizierte: „Wir möchten in dieser Saison in den Play-Offs spielen, im Jahre 2023 in die erste Liga aufsteigen und 2026 deutscher Meister werden! Dass die Zweitligisten überhaupt vom Aufstieg in die seit dann 15 Jahren elitär abgeschottete DEL träumen dürfen, macht eine im Sommer 2018 erfolgte Ligareform möglich. Im Frühjahr 2021 wird es erstmals wieder einen sportlich qualifizierten Aufsteiger geben. Und Frankfurt, Bad Tölz, Kassel, Bietigheim, sogar Dresden bringen sich mit Konzepten in Stellung!

Innovatives Cashback und Mobile Payment vernetzt mit Stadion-Bezahlsystem

M-Commerce-Unternehmer Ehliz investiert mit wee in dieser Saison einen „unteren“ siebenstelligen Betrag in sein Herzensprojekt weeArena. Hier, im beschaulichen Bad Tölz, baut er die Blaupause für sein mit dem Einzelhandel und dem E-Commerce vernetztes wee-Projekt, das in den kommenden fünf Jahren nach Tölzer Vorbild in 25 weitere europäische Regionen multipliziert werden soll. Das Unternehmen weeConomy AG mit Sitz in der Schweiz ist agil: In Weißwasser heißt die städtische Eisarena, in der DEL2-Ligist Lausitzer Füchse spielt, ab dieser Saison weeEisArena. Und auch in der französisch sprechenden Schweiz, beim Super-League-Erstligisten FC Sion in der Romandie, hält das Mobile Payment und Cashback von wee Einzug.

Im November präsentieren sich die Schweizer mit ihren weltweit ersten „offenen“, mobilen Stadion-Bezahlsystem mit integriertem Loyaltyprogramm vor 800 europäischen Top-Entscheidern beim wee ARENA SUMMIT in der Frankfurter Commerzbank-Arena. Man darf gespannt sein, denn laut Insidern soll das Mobile Payment-System wee – über die eigenen Akzeptanzstellen hinaus – zu einem alternativen Bezahlsystem als digitale Währung auf der Basis von Blockchain-Technologie weiterentwickelt werden, unter Berücksichtigung aller aufsichtsrechtlichen Anforderungen, glaubt man der Schweizer Finanzszene.

Ehliz paart Herzblut mit Geschäftssinn

Ehliz selbst sieht sich als Visionär – steht als knallharter Rechner aber immer auf beiden Füßen! Sein Credo: „Ich möchte, dass weltweit nur noch mit einer Plastikkarte oder einer App, der weeCard oder alternativ der weeApp, bargeldlos eingekauft und bezahlt wird!“ Und natürlich möchte er, der Eishockey-verrückte Tölzer Junge mit türkischen Wurzeln, stolzer Onkel des Nationalspielers Yasin Ehliz, dass sein Herzensverein aus Bad Tölz nach exakt sechzig Jahren endlich wieder deutscher Meister wird. Die Isarwinkler schafften das nach 1962 im Jahre 1966 zum letzten Mal. Bei der Saisoneröffnung vor einer Woche konnte man im Umfeld jede Menge Vorfreude, gepaart mit natürlicher Skepsis, spüren.

Das Unternehmen weeConomy AG hat vorinvestiert – auch Experten trauen dem runderneuerten Kader um Trainerlegende Gaudet mit den Stars MacKenzie, McNeely, French, Dibelka, Pfleger, Schlager, Weller und den Martinovic-Brüdern eine herausragende Rolle in dieser Spielzeit zu. Mit kreativen Aktionen zum Abverkauf von Dauerkarten will man den Zuschauerschnitt signifikant erhöhen – dadurch die Transaktionszahlen in der weeArena ankurbeln und die Tickets als wee-Einkaufskarte für den stationären Einzelhandel promoten.

Was passiert, wenn es nicht klappt? Ehliz lächelt, bleibt cooler Geschäftsmann: „Wir halten an den Zielen fest. Dafür haben wir dicke Bretter gebohrt, insbesondere in den Köpfen. Jetzt sind alle mental von der Vergangenheit befreit und offen für die gemeinsame Zukunft im Team.“ Ehliz weiß selbst, dass er provoziert, was ihm auch jede Menge Neider bringt. Erst im April ließ er eine monatelange mediale Hetzkampagne gegen ihn, hinter der knallharte Erpressung stand, souverän abperlen, indem er bei einer mutigen Pressekonferenz die Täter outete und jetzt zivil- und strafrechtlich angeht.

Auch der in der vergangenen Saison bärenstarke Ligadritte in der DEL2, die Ravensburg Towerstars, träumen vom DEL-Aufstieg und Erstliga-Eishockey. In der Schwebe zum Ausbau der Eissporthalle steht eine kleine Lösung, mit Ausbau der Kapazitäten auf 4.300 Zuschauer. Auch eine größere Lösung ist angedacht: Hierfür müssten dann im wirtschaftlich starken Oberschwaben 20 Millionen Euro investiert werden.

Man darf gespannt sein, ob die Brücke zum Giganten Fußball noch größer wird, oder ob die Sportarten dahinter sich erfolgreich weiterentwickeln. Lukrative TV-Verträge, auf die Basketball, Eishockey und Handball hoffen, so Insider, werden perspektivisch kommen, da im Wettbewerb um Lizenzrechte beim Fußball immer mehr enttäuschte Broadcaster passen müssen und nach günstigeren Alternativen suchen.