Sergey Nivens und Olivier Le Moal | shutterstock.com

Intrigen, Inkompetenz und kriminelle Machenschaften verschärfen Probleme in der Corona-Krise

Wer gedacht hat, die aktuelle Krise verflüchtigt sich so langsam, hat sich definitiv getäuscht. Zwar geben die aktuellen Corona-Lockerungen vielen Menschen wieder mehr Luft zum Atmen, aber die „fette“ Krise mit Massenentlassungen und tiefer Rezession, die sich hinter der Pandemie versteckt, ist immer noch drohend! Viele Experten sagen: Der Stress hat noch nicht einmal angefangen!

Eine weltweite Umfrage von SAI Global gibt darüber Aufschluss, dass sinn- und zweckorientierte Konsumenten sehr skeptisch sind, was den Datenschutz, die Lebensmittel-Etikettierung und die ethische Verantwortlichkeit von Marken betrifft. Das beinhaltet hochgerechnet ein mit einer Billion US-Dollar beziffertes Risiko für Unternehmen, die der Reputation oder dem Markenvertrauen keine Präferenz einräumen. Und wie verhalten sich konkret betroffene Unternehmen?

Der Industrie-Schlachter und Präsident von Schalke 04

Mehr als 1.029 Mitarbeiter der Tönnies-Schlachthöfe im Kreis Gütersloh haben sich jüngst mit dem Coronavirus angesteckt. Während den Schlachtbetrieben eine satte Strafanzeige droht, richtet der für die Krise zuständige Landrat ein flehendes Hilfeappell an Gesundheitsminister Jens Spahn. Die Öffentlichkeit fragt hilflos: Kann man sich über Fleisch mit dem Coronavirus anstecken? Fast alle Supermarktketten weit über Deutschland hinaus verkaufen Fleisch und Wurstwaren aus dem Tönnies-Fleischkonzern in Rheda-Wiedenbrück zu – im wahrsten Sinne des Wortes – Discounterpreisen. Marktführer Aldi meinte kürzlich: Fleisch und Wurstwaren sind immer noch viel zu teuer! Die Tönnies-Betriebe haben das Gebot der Marktführer im Handel schon lange für sich verinnerlicht. Und wie sich jetzt herausstellt: Nicht nur auf Kosten der gequälten Tiere, vielmehr noch auf Kosten von Hygiene, gepaart mit Arbeitsleistung weitestgehend osteuropäischer Fleischer, die über ein Netz undurchsichtiger Dienstleister herangekarrt werden, in Massenunterkünften untergebracht sind und für Dumping-Löhne arbeiten. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass jetzt für den kompletten Landkreis ein erneuter Lockdown ansteht. Das erschwerende Problem dabei: Anscheinend wurden die sofortigen Quarantäne-Maßnahmen bewusst unterlaufen – hunderte Arbeiter aus Osteuropa sollen sich mit Kleinbussen oder voll bepackten Privatautos blitzschnell auf den Weg in die Heimat gemacht haben. Dank Wirtschaftskapitän Clemens Tönnies, ehrenhalber obendrein auch noch Schalke-Präsident und als Aufsichtsratsvorsitzender verantwortlich für die schlimmste sportliche und wirtschaftliche Krise im Club seit 20 Jahren!

Der missverstandene Vorstandschef eines Ex-Dax-Primus?

Nächstes Beispiel gefällig? Das Dax-Unternehmen Wirecard! Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young hatten dem Unternehmen gerade das Testat für den Abschluss 2019 verweigert. In der Bilanz des Münchner Zahlungsabwicklers fehlen nämlich 1,9 Milliarden Euro. Zwei philippinische Banken, auf deren Konten das Geld eigentlich liegen sollte, wissen von nichts. Es riecht nach einem Mega-Betrug, denn den Prüfern sollte mit Fake-Dokumenten, versehen mit gefälschten Unterschriften von Managern dieser Banken, die Existenz der ominösen Konten vorgegaukelt werden. Konzernchef Markus Braun, mit 7 Prozent Aktienanteil gleichzeitig größter Einzelaktionär, ist nun mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Was ist hier eigentlich los? Will man den Vorstandschef mit miesen Tricks loswerden oder sind hier tatsächlich kriminelle Machenschaften des Managements mit ihm als „Spin Doctor“ am Werk? Fakt ist: Ein Konsortium aus 15 Gläubigerbanken könnte einen Kredit in Höhe von 1,75 Milliarden Euro jederzeit kündigen, was den Exitus für Wirecard, den einstigen Dax-Liebling, bedeuten würde. Der Reputationsschaden ist inzwischen gigantisch – die Ratingagentur Moody´s hat ihre Bonitätsnote für den Konzern auf Ramschniveau herabgesenkt. Noch vor zehn Tagen drehte die Aktie endlich wieder ins Plus, denn trotz diverser Ermittlungen bestätigte der einstmalige Outperformer der Börse ein Festhalten an den für 2020 gesetzten Zielen. Doch jetzt brechen alle Dämme: Der Kurs der Aktie sank um 73 Prozent und fiel innerhalb von zwei Tagen von über 100 Euro auf jetzt nur noch rund 15 Euro. Was ist hier los?

Der gelähmte Macher strotzt vor neuer Motivation

Auch die Schweizer wee-Gruppe mit ihrer Muttergesellschaft Swiss Fintec Invest AG scheint gerade zu kämpfen. Weniger mit dem Business, als vielmehr mit hausgemachten Problemen beim Management. Immer wieder haben anscheinend selbst verursachte Pannen und dazu noch jede Menge Pech zahlreiche Investoren in helle Aufregung versetzt, haben anscheinend falsche Management-Entscheidungen die erfolgreiche Markterschließung ins Stocken gebracht, ein Re-Listing der Aktie verhindert, die von der Börse Euronext vor gut einem Jahr vom Handel ausgesetzt wurde.

Zu allem Überfluss rissen die Kurseinbrüche an den Krypto-Exchanges den erfolgreich gelisteten weeMAT-Token tosend mit in den Abgrund, zum Schaden vieler Investoren, die im Rahmen eines Family & Friends-Programms investiert hatten. Und zu allem Überfluss traf den charismatischen Founder Cengiz Ehliz in Antwerpen wie der Blitz ein unerwartetes Gerichtsurteil, das dieser erst einmal verdauen musste.

Missverständnisse, Inkompetenz oder Intrigen in Kreuzlingen und München?

Die Hausjuristin und mehrfache Schweizer Verwaltungsrätin, Dr. Judith Behr, hatte im Vorfeld das Verfahren vermeintlich auf die ganz leichte Schulter genommen, so sagen die einen. Andere meinen, da steckt mehr dahinter, nämlich eine ausgemachte Intrige, bei der es um viel Macht und Geld geht, mit der man den Leader und Mehrheitsaktionär Cengiz Ehliz abservieren wollte. Der ansonsten voller Energie strotzende Macher gab seinen Job als Geschäftsführer der operativen Europazentrale auf Geheiß der Verwaltungsräte ab, erhielt obendrein im eigenen Unternehmen Hausverbot und tauchte dann, mental sichtlich gelähmt, erst mal für einige Wochen unter, um sich mit neuen, externen Anwälten auf seine Berufung in Belgien professionell vorzubereiten. Die Folge: Fast nichts ging mehr beim innovativen Mobile Payment- und Cashback-Anbieter wee. Weder der offensichtlich überforderte Verwaltungsrat, noch die lethargische Geschäftsführung, schienen sich ernsthaft mit den aus Corona resultierenden Konsequenzen auseinanderzusetzen und im Sinne des Unternehmens zielgerichtet zu entscheiden.

Die weeGroup hat sich aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen und Unstimmigkeiten im Board mit einem Schlag – obere Reihe von links – von den Verwaltungsräten Dr. Judith Behr (Foto: Linkedin) und Rolf Gehriger (Foto: Leanpaper weemat.io), dem designierten CEO, Dr. Oliver Graßy (Foto: PR-Journal), dem CMO Robert Kröger (Foto: Xing), dem Head of Strategy der Unit Sports & Entertainment, Christian Berenz (Foto: Xing) getrennt (untere Reihe von links). Bereits im Vorfeld traf es den Verwaltungsrat und CFO Ewald Schmutz (Foto: Leanpaper weemat.io).

Und das mitten im wichtigsten technologischen Relaunch in der Geschichte des Unternehmens, bei dem die langersehnte e-Money-Lizenz gerade in das System integriert wird, was wee als Mobile Payment-Anbieter mit eigener virtueller Währung quasi als virtuelle Bank positioniert. Mitten in der Pandemie startete wee europaweit eine vielbeachtete Kampagne als Flankierung der erfolgreichen Markterschließungsaktivitäten. Mehrheitlich Juristen in den Verwaltungsräten hatten sich bis Mitte des ersten Quartals vom operativen Geschäft weitestgehend abgenabelt, so die Meinung von Insidern, ohne sich hier zu kümmern und für notwendige Impulse zu sorgen.

Loyale Task Force übernimmt bei wee die Zügel

Glaubt man dem Bewertungsportal Diebewertung.de und Insidern aus dem Vertrieb, dann hat eine Task Force um den Verwaltungsratspräsidenten Dr. Leo Schrutt, Founder Cengiz Ehliz, den Vorständen der externen Vertriebe und langjährigen, loyalen Beratern den „Bock der Hilflosigkeit“ und die Phalanx der selbstverliebten Manager umgestoßen.

Loyale „Kommando-Brücke“ bei wee (von links nach rechts): Verwaltungsratspräsident Dr. Leo Schrutt (Foto: swissfintecinvest.com), Richard Schaurich, neuer Geschäftsführer der Münchner Gesellschaften und Verwaltungsrat der SFI AG (Foto: Kulturförderverein Würmtal) sowie Cengiz Ehliz, Founder und Mehrheitsaktionär von wee (Foto: Facebook).

Richard Schaurich, seit Jahren ein loyaler Freund von Ehliz und Partner des Unternehmens, gewiefter Politiker und Verbandsmanager, fungiert jetzt als Geschäftsführer von drei Münchner Gesellschaften und ist gleichermaßen als Verwaltungsrat der Schweizer Muttergesellschaft SFI AG in Amt und Würden. Cengiz Ehliz, so kolportiert Thomas Bremer von der Verbraucherportal-Gazette, war sauer über vermeintliche Intrigen, offensichtliche Misswirtschaft und gelebte Egoismen des alten Managements. Mit einem Paukenschlag wurden die behäbigen „Vorturner“ entfernt. Die Protagonisten dürfen jetzt sicher sein, dass alles – auch rückwirkend – auf dem Prüfstand steht, um die Vision vom weltweiten Bezahlen mit einer App und einer Karte weiterhin zu realisieren.

Klare Kante bei Kommunikation und Information

Der jüngst an Aktionäre, Vertriebsmitarbeiter und Investoren versendete Newsletter der Swiss Fintec Invest AG und der weeNexx AG ist inhaltlich ungewöhnlich umfangreich, offen und direkt. Man geht nun professionell auf die aktuellen Probleme ein, skizziert glaubhaft die Chancen für die Projekte und kommuniziert die glasklare Strategie auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Dr. Leo Schrutt geht explizit – aber ohne Namen zu nennen – darauf ein, dass jüngst Trennungen in den Chefetagen am Schweizer Standort Kreuzlingen und in München umgesetzt wurden.

Bleibt zu hoffen, dass bei Wirecard, Tönnies, Schalke 04 und wee endlich der Sand aus dem Getriebe weggestrahlt wird, um das zu halten, was den Kunden, Fans, Aktionären und Partnern versprochen wurde.