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Bayern München überholt FC Barcelona – 6 Premiere League-Clubs unter den Top 10

„Geld schießt Tore!“ Diese Botschaft ist schon lange keine blanke These mehr – vielmehr gelebtes Gesetz. Aber Geld fliegt nicht vom Himmel! Wo im Fußball die größten Investitionen in die Mannschaftskader und Stadioninfrastruktur getätigt werden, ist auch der Umsatz und die mediale Kapitalisierung am größten. Wer die spektakulärsten Stars hat, der verdient sich im globalen Merchandising eine goldene Nase. Und wer über die besten Spieler verfügt, der liegt am Ende in der nationalen Liga oder im europäischen Wettbewerb ganz weit vorn, was sich in entsprechenden TV-Einnahmen und hochpreisigen Sponsorships auszahlt. Fußballer sind Top-Stars, die Vereine der Vermarktungshebel. Zwischen der öffentlichen Aufmerksamkeit und Vermarktung von beispielsweise den Rolling Stones, Madonna, Ronaldo, Manchester United oder Juventus Turin gibt es wenig Unterschiede. Profi-Fußball ist Entertainment und mehr noch umgekehrt. 

Klar ist: Wer als Unternehmen mit intelligenten neuen Geschäftsideen aktiv mithilft, die Aussicht auf Renditen der Top-Clubs, der Ligen und Verbände in diesem globalen Big Business zu steigern, der hat die besten Chancen bei den Milliarden-Deals mitzumischen. Und wer oder was könnte von diesem Mega-Boom profitieren? Angefangen natürlich bei international ausgerichteten Sportmarketing-Agenturen, die immer neue Wettbewerbe aufsetzen, um die Geldmaschine weiter zu drehen und natürlich Spielerberater-Firmen mit einem guten Händchen für Transfers. Gleichermaßen sind das aber auch Unternehmen, die sich als Sponsor den trendigen Fußball-Lifestyle viel Geld kosten lassen, um ihre Marken neu zu inszenieren, zu emotionalisieren…  Selbstverständlich aber auch die Sportartikelbranche mit Kleidung, Messen, Kongressen, Ausrüstungs-Equipment. Aber, und da sind sich die Experten sicher: Stadionplaner und -bauer, Dienstleister im Bereich Energie und Ökologie, Digitalisierungsprofis und Loyalty-Spezialisten, die es verstehen die Fans für sich zu gewinnen, werden überproportional an der zukünftigen Entwicklung im globalen Profi-Fußball teilhaben.

Die renommierten Wirtschaftsprüfer und Managementberater der KPMG haben gestern den Unternehmenswert der 32 wertvollsten Fußball-Clubs in Europa – verarbeitete Datenanalysen aus der Spielzeit 2017/18 – als umfassende Studie veröffentlicht. Parameter für das erstellte Ranking waren Rentabilität, Popularität, sportliches Potenzial, Übertragungsrechte und Stadionbesitz der Vereine. Im Vergleich zum Vorjahr bleiben die Top 10 zwar wieder unter sich, allerdings hat sich innerhalb der Hitliste einiges verschoben. Real Madrid luchste beispielsweise Manchester United den Spitzenplatz ab, Bayern München schob sich vor den FC Barcelona und ist jetzt Dritter. 

Im Durchschnitt haben die bedeutendsten europäischen Clubs innerhalb von drei Jahren ihren Wert um ca. 35% steigern können: Den höchsten Zuwachs verzeichnete dabei Tottenham Hotspurs von ca. 750 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro (+110 %), vor dem FC Liverpool, dessen Wert von ca. 1,25 Milliarden auf ca. 2,1 Milliarden Euro anwuchs. Der neue Krösus Real Madrid steigerte sich um 11% auf einen Wert von sage und schreibe 3,22 Milliarden Euro und übernahm die Pole Position von Manchester United (+10 %; 3,21 Milliarden Euro). Als Grund für diesen Spitzenplatz geben die Analysten den dreimaligen Sieg der Madrilenen in der Champions League an, womit die mit Abstand höchsten Prämien und Preisgelder vereinnahmt werden konnten. Die sportlichen Erfolge resultierten wiederum in erhöhten Einnahmen bei der Vermarktung, TV-Geldern und Zuschauereinnahmen. 

Das Ranking der Top 10-Clubwerte (Milliarden Euro) mit Veränderung zum Vorjahr:

1.Real Madrid3,22+ 10 %
2.Manchester United3,21– 1 %
3.Bayern München2,70+ 6 %
4.FC Barcelona2,68– 4 %
5.Manchester City2,46+ 14 %
6.FC Chelsea  2,23+ 26 %
7.FC Liverpool2,10+ 33 %
8.FC Arsenal    2,01– 4 %
9.Tottenham Hotspur1,68+ 31 %
10.Juventus Turin1,55+ 19 %

Mit Celtic Glasgow, Platz 30, Marktwert 252 Millionen Euro und dem CF Villarreal, in der Nähe von Valencia gelegen, Platz 31, 247 Millionen Euro, haben sich zwei Newcomer in die Hitliste der Top 32 Clubs vorgearbeitet. Schlusslicht der Outperformer ist Galatasaray Istanbul, Wert 246 Millionen Euro. Unter den Top 20 befinden sich neun Clubs aus der britischen Premier League.

Das Ranking der Umsatzrendite führt Tottenham mit 36% an, gefolgt von Lazio Rom (32%) und dem FC Liverpool (26%). Underperformer sind hier der AC Mailand (-57%), Galatasaray Istanbul (-44%) und AS Rom (-7%). Die Gründe sind individuell: So investierte Mailand überproportional hoch in die Mannschaft, der türkische Club litt unter dem Verfall der landeseigenen Währung und das Ergebnis von Rom ist noch gekennzeichnet von Schulden aus dem Jahr 2015.

Aus Sicht der KPMG ergibt sich für einzelne Spieler unter dem Aspekt von Alter und Vertragslaufzeit folgende Wertskala: Wertvollster Spieler ist demnach der 20-jährige Kylian Mbappé von Paris St Germain mit geschätzten 215 Millionen Euro, gefolgt von Raheem Sterling, 24 Jahre, Manchester City, 110 Millionen Euro und Altmeister Cristiano Ronaldo, 34 Jahre, Juventus Turin, 107 Millionen Euro.

Die Werthaltigkeit der unterschiedlichen europäischen Ligen beurteilen die Experten u.a. mit derzeit aktiven Spielern, die einen Marktwert von je größer 40 Millionen Euro haben. 

  1. England, Premier League: 58
  2. Spanien, La Liga: 34
  3. Italien, Serie A: 20
  4. Deutschland, Bundesliga: 12
  5. Frankreich, Ligue 1: 11
  6. Holland, Eredivisie: 2

Und wie wertvoll sind die Teams in den europäischen Spitzenclubs (in Millionen Euro)?

1.Manchester City1.182
2.FC Barcelona1.111
3.FC Liverpool1.038
4.Real Madrid   958
5.Paris Saint-Germain906
6.Tottenham Hotspur876
7.Manchester United846
8.FC Chelsea842
9.Atletico Madrid840
10.Juventus Turin788
11.Bayern München749
12.FC Arsenal624
13.Inter Mailand 548
14.AC Mailand508
15.Borussia Dortmund 506
16.SSC Neapel 456

Differenzieren könnte man nun Investments, wie beispielsweise bei Paris, Manchester City oder Chelsea, die von „Gönnern“ getätigt wurden und überdimensional mitgeholfen haben, die Vereine nach oben zu katapultieren. Demgegenüber stehen Bayern München oder Ajax Amsterdam – Clubs, sie sich ihren Wert über die Jahrzehnte mit eigener Leistung erarbeitet haben. Aber im Fußball schießt eben Geld die Tore – egal wo es herkommt. Und nur das wollen die Fans sehen, um ihre Träume von Titeln befriedigen zu können. Was wiederum für alle Fans weltweit gilt: Ganz oben in der Champions League und ganz unten in den Niederungen der Kreisliga C.

Medieninformation der KPMG vom 28. Mai:

https://home.kpmg/at/de/home/media/press-releases/2017/05/kpmg-european-elite-2017-football-clubs-valuation.html