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Der Mobilfunk-Standard 5G wird weite Bereiche unseres Lebens revolutionieren

Was sind die aktuellen Trends, die – ausgehend von einer kleinen Welle – zum technologischen Tsunami für uns alle werden könnten? Mit der Auswirkung, dass beliebte Gewohnheiten sich diametral verändern, vielleicht sogar kurzfristig komplett ausradiert werden? Wer weiß heute, was morgen die Welt bewegt und verändert? Wann hat sich Nokia das letzte Mal als Marktführer bei der Mobiltelefonie selbstbewusst zurückgelehnt, sich von den Aktionären für Dividenden feiern lassen und dabei ganz übersehen, dass das Smartphone alles Etablierte binnen kürzester Zeit eliminiert? Das ist gerade mal 12 Jahre her!

Wahrscheinlich kennen nur noch die Älteren AOL? America Online hatte im Jahr 2000 – nach der Fusion mit dem Hollywood-Giganten Time Warner – 30 Millionen zahlende Mitglieder und war der weltweit größte Internetdienstanbieter. An wen man sich noch erinnert, ist wahrscheinlich das damalige AOL-Testimonial für Deutschland, Tennis-Legende Boris Becker, mit dem Spruch der Kampagne von 1999: „Ich bin drin!“, sagte er lächelnd. (Anmerkung, womit – man mag es nicht glauben­ – das Internet gemeint war…)

Wenn es um die Technologien der Zukunft geht, dann kursieren viele Schlagwörter, Phrasen und Hypes. Es fällt schwer zu unterscheiden: Sind es die Lobbyisten, die mit immensen Budgets von Regierungen oder Blue Chips Meinung bilden möchten, um den Weg zur Markeinführung einer neuen Technologie anzumoderieren? Haben sich, wie schon öfters in der Vergangenheit, die Medien länderübergreifend auf ein technologisches Lieblingsthema eingeschworen, das medial von allen Seiten beleuchtet und zum Strahlen gebracht wird? Dann aber, wenn die Geschichte nicht mehr spannend ist, dieselben Medien die publizistischen Scheinwerfer einfach abschalten?

Fünf plausible Technologie-Trends, die uns bereits vereinnahmen

Die Experten der Unternehmensberatung Deloitte sind sich sicher, dass alle großen Tech-Trends eine wesentliche Gemeinsamkeit haben. Das Schlagwort heißt „Enabler“ – Möglichmacher! Diese setzen wesentliche Impulse in den relevanten digitalen Wachstumssegmenten wie „Industrie 4.0“, „Connected Car“, „Smart City“ oder „Bio-Technologie“ bzw. „FinTech“.

Die Consulter von Deloitte sehen den neuen Mobilfunkstandard 5G als den Mega-Turbo für die Digitalisierung und insofern als DEN Mega-Trend. So sollen bis Ende nächsten Jahres 20 Milliarden Maschinen global vernetzt sein, davon alleine 750 Millionen in Deutschland. Welche Auswirkungen hat das auf unseren Alltag? Es könnte der smarte Kühlschrank sein, der selbstständig beim Discounter Lebensmittel bestellt, die von einer autonomen Drohne vier Stunden nach Bestellung vor die Haustür geliefert werden. Die vielen tausend Megabyte Bandbreite von 5G bilden als ausgebaute technologische Infrastruktur die Basis für eine revolutionäre Kommunikation von miteinander vernetzten Maschinen.

Ersetzt die künstliche Intelligenz millionenfach Arbeitsplätze?

Auch Autos, die sich schon bald fahrerlos und sicher fortbewegen werden, brauchen diese 5G-Infrastruktur. Und wie immer in der Menschheitsgeschichte ist der Segen zugleich Fluch. Einerseits wird unser Leben komfortabler – andererseits werden die intelligent vernetzten Maschinen weltweit Millionen von Arbeitsplätzen ersetzen.

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Denn künstliche Intelligenz ist der daraus resultierende Mega-Trend. Die aktuellen Anwendungsfelder wie das Sortieren von Daten und Erkennen von Mustern gelten schon längst als Pilotstadium. In dieser Woche wurde auf der Frankfurter Buchmesse erstmals ein Buch präsentiert, das ausschließlich von künstlicher Intelligenz, also komplett ohne Autor erstellt wurde. Mehr noch: Unter den Verlagschefs wird über Algorithmen diskutiert, die, wenn angewendet, in der Lage sind festzustellen, ob ein Buch die Chance auf Erfolg hat, wie dieses Buch bei welchen Zielgruppen vermarktet werden soll und welcher Preis den höchsten Gewinn bringt. Bis vor ca. 30 Jahren waren die Drucker die angesehensten Facharbeiter der Welt. Dieser Beruf – inklusive Schriftsetzer und Buchbinder – ist heute weitestgehend ausgestorben. Dass die gebeutelten Verlage bald keine Lektoren mehr brauchen, ist schon heute klar. Aber können Computer auch emotionale Romane schreiben und diese zum Bestseller machen? Braucht es hier noch menschliche Kreativität, Leidenschaft, Disziplin und Syntax-Kompetenz? Die nahe Zukunft wird das zeigen. Denkt man hier weiter – und die Experten tun das sehr engagiert – so kann man sehr schnell darauf kommen, dass beispielsweise schon bald Versicherungsexperten oder Juristen um ihre lukrativen Jobs, Anerkennung und über Jahrzehnte erarbeiteten Status bangen müssen. Auch Diagnosen bei Patienten, beispielsweise von Ärzten, scheinen über künstliche Intelligenz-Systeme austauschbar zu werden. In der Chirurgie haben eine entsprechende Hard- und Software schon längst erfolgreich Einzug gehalten. Hier ist bewiesen: Ein programmierter Roboter operiert sicherer als die ruhigste menschliche Chirurgenhand. Und das rund um die Uhr, ohne dass fünfstellige Monatsgehälter – mit Urlaubsanspruch und Krankheitstagen – zu bezahlen sind. Ist diese Entwicklung menschlich oder unmenschlich, gerecht oder ungerecht? Es zählt nicht! Denn die Geschichte der Menschheit hat gezeigt, dass jede Vision oder Innovation, die gebraucht wird, die den Entscheidern nützt, letztlich auch kommt. Und die Entscheider sitzen in den Vorstandsetagen der Konzerne, die ihre Aktionäre befriedigen müssen, sitzen in den Parlamenten, wo jeder neue Haushaltsentwurf zum Drama wird, da immer mehr gespart werden muss.

Wird Auto-Land Deutschland zu deutschem Auto-Niemandsland?

Was in Sachen Mobilität gerade passiert, ist ein globaler Wettkampf ohne klare Zielausrichtung der unterschiedlichen Player. Der Klimawandel fordert zu Recht oder zu Unrecht seinen Tribut. Deutsche Ingenieurskunst hat den Diesel zum abgasärmsten Motor der Welt entwickelt, dabei dummerweise durchweg mit der Abgas-Software geschummelt. Deshalb ist dieser Diesel politisch verbrannt, was der Wettbewerb gnadenlos ausnutzt. Die Politik gibt aktuell klein bei und versucht in Deutschland die Kreuzung in Richtung Batterieantrieb auszurichten. Und das obwohl man genau weiß, dass die Umweltbilanz bei der Batterien-Produktion gegenüber dem Diesel noch schlechter ist, die einzelnen Bauteile von teuren Importen abhängen und die Umrüstung der Infrastruktur zum flächenmäßigen „Betanken“ in Europa innerhalb der nächsten zehn Jahre aus organisatorischen und finanziellen Gründen nicht machbar ist. In dieser Zeit werden die chinesischen Billigmodelle den Markt überschwemmen, ohne dass VW, BMW, Mercedes, Audi oder Porsche auch nur ansatzweise reagieren können, geschweige denn agieren. Wasserstoffantriebe stecken zwar noch in den Kinderschuhen, aber hier in die Forschung gemeinsam zu investieren, wie es zum Beispiel die Japaner machen, wäre für die deutsche Automobilbranche mit ihrer weltweit führenden Ingenieurskunst sicher zielführender. Ob der öffentliche Personenverkehr die alternative Lösung zum Auto ist, muss jeder für sich selbst beantworten.

Leihen statt Kaufen als Alternative

Der dritte Mega-Trend wird aller Voraussicht nach den klassischen Kaufprozess – zumindest teilweise – ersetzen und Leasingprozesse weitestgehend neu definieren. Die Angebotspalette für Investitionsgüter in den Märkten ist zwar für viele potenzielle Nutzer ausreichend, allerdings zum Kaufen viel zu teuer. Was also tun, damit die ausgeprägte Nachfrage befriedigt werden kann? Produzenten und Händler arbeiten fieberhaft an neuen Preismodellen. Motto: Wenn ich hochpreisige Produkte vermiete, weil sich den Kauf niemand leisten kann, dann ist das immer noch besser, als wenn diese als Ladenhüter im Showroom vergammeln und abgeschrieben werden müssen. Diese erfolgreiche Vertriebsstrategie einiger Software-Hersteller hat sich herumgesprochen. So bietet beispielsweise Flugzeugmotoren- und Triebwerkshersteller Rolls Royce den Fluglinien sein Produkt zur Abrechnung nach geflogener Meile an. Was bedeutet das? Die Airline kauft die teuren Motoren oder Triebwerke nicht im Paket mit dem ausgelieferten Flieger von Boeing oder Airbus. Sie bezahlt einfach nach Verbrauch und sichert sich dadurch wertvolle Liquidität.

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Megatrend fünf scheint sehr plausibel – ist aber trotzdem unsicher. Warum? Weil die eingefleischten Eliten der Finanzwelt sich dagegen wehren und mit Händen und Füßen versuchen die alte FIAT-Geld-Welt zu verteidigen.

Mit 5G und Smartphone als Katalysator in digitale Währungen

Die Digitalisierung und die mit 5G erweiterte Leistungsfähigkeit des Netzes könnten auf die Zukunft des bargeldlosen Bezahlwesens diametralen Einfluss haben. Der Bitcoin als Anlageobjekt mit seinen gigantischen Wertsteigerungen hat viele Nachahmer motiviert, wobei es weitestgehend um den Coin und Token als Spekulationsobjekt ging. Aber was nützt die beste digitale Währung, wenn ich dafür keine Anwendungsmöglichkeiten, sprich Verkaufsakzeptanzstellen, Kunden und Konvertierungssicherheit habe? Die Blue Chips wie Apple und Google oder aber auch die Chinesen mit Alipay, WeChat Pay und UnionPay sind beim Mobile Payment ganz weit vorn, aber die Absicherung des mobilen Zahlungsverkehrs wird weitestgehend von den etablierten Playern der Kreditkarten- und Bankenwelt hergestellt. Aktuell nutzen ca. 26 Millionen Menschen weltweit rund 2.000 Kryptowährungen, Tendenz steigend, aber volkswirtschaftlich noch nicht relevant und für die Global Player der Banken betriebswirtschaftlich noch nicht ansatzweise ein Problem. Aber verschiedene Indikatoren sprechen beim Mobile Payment mit neuen digitalen Währungen von einem ebenfalls revolutionären Mega-Trend. Denn die Kryptowährungen bieten den Käufern und Verkäufern eindrucksvolle Vorteile gegenüber dem aktuellen Bezahlwesen. Erstens: Der Geldtransfer von Wallet zu Wallet ist transparent, wird in der Blockchain auf Millionen Computern verwaltet, ist als Prozess einsehbar aber verbleibt insgesamt anonym. Es funktioniert zweitens erheblich schneller als bei den Transfers via Bankkonten und kostet drittens erheblich weniger an Gebühren als es die Banken aktuell verlangen.

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Facebook macht richtig Druck, denn Mark Zuckerberg möchte mit Facebook Libra eine eigene virtuelle Währung initiieren. Bei weltweit 2,7 Milliarden Facebook-Nutzern dürfte die globale Akzeptanz für eine entsprechende digitale Währung seitens der Anwender herausragend sein. Aktuell ist davon auszugehen, dass der Facebook-Visionär mit den Aufsichtsbehörden in den USA sowie den Kreditkarten-/Bankinstituten dealt. Denn alles was die USA vertragen kann, ist eine Revolution im Kredit- und Bezahlwesen, die Finanzkrise 2009 ist Zeuge.

Aber auch kleinere Unternehmen mit Visionen und marktaffinen Strategien richten sich hier perspektivisch aus. So die Schweizer weeConomy AG, die ihr Mobile Payment mit Cashback verbindet und derzeit eine eigene, wachsende technologische Infrastruktur europaweit aufbaut. Die Digitalisierung von Arenen vernetzt wee mit der Digitalisierung des stationären Einzelhandels und E-Commerce unter eigener Flagge. So wird der Fan, der für seinen Club im Stadion mitfiebert, zum Kunden des stationären Einzelhandels – der Kunde des stationären Einzelhandels wiederum zum Fan des Clubs und des wee-Systems! Die virtuelle Zahlungseinheit, die sich auch in FIAT-Geld auszahlen lässt, ist ein wee, den der Kunde beim Einzelhandel oder im Stadion zum Konsum einsetzen kann. Founder Cengiz Ehliz hält an seiner Vision fest: „Weltweit mit einer weeCard oder einer weeApp bezahlen können!“ Sein Ziel: Marktführerschaft! Schaffen es die Schweizer innerhalb der nächsten fünf Jahre zusätzlich 25 Arenen zu integrieren, hierdurch 100.000 neue Einzelhändler und 7,5 Millionen zusätzliche Endverbraucher für das System zu gewinnen, macht eine offizielle virtuelle wee-Währung Sinn. Denn Akzeptanzstellen und Anwender wären ausreichend vorhanden. Ganz davon abgesehen: Was passiert, wenn aus der Multiplikation von 25 Arenen möglicherweise 1.000 werden?